23 Jul

Lehrgeld bezahlt – Regionalliga-Herren mit Niederlage in Ingolstadt 

Mit einem in allen Belangen enttäuschenden Auftreten gab es für die Sechziger bei der Bundesliga-Reserve des FC Ingolstadt nichts zu holen. Vieles was gegen Unterhaching noch gut gemacht wurde, funktionierte an der Donau gar nicht. Vor allem die eklatanten Mängel in der ersten Hälfte raubten den Rosenheimern jede Chance auf einen Punktgewinn. Für die Roten geht es jetzt vor allem darum aus dieser Niederlage die richtigen Lehren zu ziehen.
Nach der wirklich beachtlichen Leistung in der Auftaktpartie gegen den Topfavoriten aus Unterhaching, bei der man zwar mit 1:2 Toren den Kürzen zog, aber durchaus schon eine erste Duftmarke setzen konnte, gingen der TSV 1860 Rosenheim voller Zuversicht an die Herausforderung des ersten Auswärtsspiels in Ingolstadt.
Die Ungewissheit, ob man auch in der höheren Spielklasse – vor allem gegen solche Kaliber wie Haching – dagegenhalten kann, war verflogen. Die Jungs von Trainer Klaus Seidel konnten die Erfahrung machen, dass sie als kompakt auftretende und eingeschworene Einheit aus einer gut organisierten Defensive heraus auf alle Fälle standhalten, ja sogar ein gewichtiges Wörtchen mitreden können.

imageAuch der Sportliche Leiter der Roten Hansjörg Kroneck war mit dem Saisonauftakt gegen Unterhaching äußerst zufrieden: „Hätten bei Sascha Marinkovic nicht ein paar wenige Zentimeter gefehlt oder das eigentlich reguläre Tor von Max Mayerl gezählt, wäre mit einer Führung im Rücken sogar ein Punkt oder vielleicht ja sogar noch mehr drin gewesen. Aber das ist abgehakt. Nun wollen wir in Ingolstadt da weitermachen, wo wir aufgehört haben! Ein Punkt ist das realistische Ziel!“.
Und um dieses Ziel zu erreichen, hatte Rosenheims Trainer Klaus Seidel sein Team im Vergleich zur Begegnung gegen Unterhaching umgestellt. Überraschender Weise spielte entgegen der allgemeinen Erwartungen Danijel Majdancevic trotz eines immer noch bestehenden Trainingsrückstandes aufgrund seines längeren Urlaubs von Anfang an.
Um dies zu ermöglichen, baute Seidel seine im Heimspiel gegen Haching gut funktionierende Defensive um und verzichtete auf Alexander Zetterer, obwohl dieser durchaus überzeugt hatte. Als weitere Konsequenz daraus und um schneller herauszuschieben und sich nicht zu weit hinten hineindrängen zu lassen und somit vielleicht auch unter dem Strich offensiv gefährlicher zu werden, spielte Linor Shabani nicht auf seiner angestammten Position, sondern defensiver zurückgezogen.
Als erfolgreich stellte sich das nicht gerade heraus. Standen die Rosenheimer in der Anfangsviertelstunde noch relativ kompakt, wurden von Minute zu Minute die Defizite sichtbarer. Es gibt ja die Floskel von Mannschaften die nach und nach ins Spiel finden – bei den Sechzigern war es in der ersten Halbzeit umgekehrt: Sie fanden mehr und mehr aus dem Spiel.
Die Gastgeber aus Ingolstadt registrierten dies natürlich und nahmen sich nach der anfänglichen Abtastphase des ihnen überlassenen Gestaltungsspielraums an. Die Schanzer waren ab jetzt fast pausenlos in Ballbesitz, Rosenheim gelang so gut wie keine konstruktive Befreiung. Die Sechziger mussten unheimlich viel hinterher laufen und immer wieder Löcher zuschieben. Dies gelang aber eben nicht immer.

Der starke Ryoma Watanabe konnte sich auf der rechten Seite gut durchsetzen und legte quer auf Andreas Buchner. Dieser zog frei gelassen aus zentraler Position ab – doch sein Ball ging ganz knapp drüber (14.). 1860-Keeper Dominik Süßmaier war mit den Fingerspitzen wohl noch am Ball und lenkte das Leder über den Querbalken – Ecke gab es jedoch nicht. Eine erste gute Möglichkeit für die Ingolstädter Zweitvertretung.

Nur drei Minuten später nach einem der wenigen Rosenheimer Angriffsversuche: Konter der Schanzer über links. Wieder war es der äußerst agile Wirbelwind Watanabe, der Dampf in die Aktion brachte. Er war der Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Schanzer – und von den Rosenheimern nicht unter Kontrolle zu bringen. Erst ließ er Shabani stehen, zog dann über außen zur Grundlinie durch und bediente per maßgenauer Flanke zwischen die Innenverteidiger wieder Buchner in der Mitte. Doch dieser machte seine Sache beim Kopfball schlecht und vergab aus fünf Metern Tordistanz. Die Möglichkeiten für die Hausherren häuften sich jetzt.
Die Überlegenheit der Autostädter sah jetzt immer drückender aus. Nach zwanzig Minuten wieder Ingolstadt mit zu viel Platz. Diesmal setzte sich Buchner in der Zentrale durch. Er steckte das Leder durch die Schnittstelle auf Sammy Ammari, der alleine vor Dominik Süßmaier auftauchte und die kurze Ecke anvisierte. Sein Flachschuss ging allerdings nur ans linke Außennnetz.

imageEin Gegentor für die Sechziger schien mittlerweile nur eine Frage der Zeit. In diesen Minuten wirkten sie einfach nicht ganz wach, nicht voll da. Sie verloren viel zu viele leichte Bälle und schienen vor allem hinten lange nicht so sattelfest, wie noch in der Vorwoche gegen Unterhaching. Die taktische Umstellung schien hier wenig gefruchtet zu haben.
Allerdings war es auch vielfach deren miserable Umsetzung, mit der sich die Rosenheimer selbst Probleme schufen. Das Vorhaben schneller herauszuschieben klappte überhaupt nicht. Auch kaum ein Spieler im Mittelfeld hielt die ihm zugewiesene Position oder interpretierte sie richtig. Das sah gar nicht gut aus – eher nach heillosem Durcheinander. Und es bedeutete noch mehr Meter, die man dem Gegner hinterher eilen musste. Ein Umstand, den es vor allem für die Zukunft schleunigst abzustellen gilt.
Einzig der neue Kapitän und Ex-Ingolstädter Matthias Heiß erwies sich ein ums andere Mal als Fels in der Brandung und bereinigte reihenweise brenzlige Situationen. Definitiv beeindruckend, was Heiß in diesen ersten beiden Regionalligapartien im Trikot der Roten zeigte.
Nach 24 Minuten die nächste Großchance für den FCI: Ammari legte mit dem Rücken zum Tor auf Albano Gashi ab. Der zog von der Sechzehner-Grenze ab – doch Süßmaier war zur Stelle und konnte mit einer tollen Parade zur Ecke abwehren. Ingolstadt war hier absolut dominant und hätte in Führung gehen müssen, konnte aber zunächst nichts Zählbares erreichen – weil der Fußballgott und vor allem der sichere Rückhalt der Rosenheimer Süßmaier etwas dagegen hatten.

In der 32. Minute war es dann aber soweit: Und wer sonst als Watanabe hätte es sein sollen, von dem die entscheidende Aktion ausging? Der Ingolstädter hob den Ball präzise von halbrechts hinter die Abwehr – und aus halblinker Position ließ sich Marcel Schiller diese Chance nicht entgehen und schob zum verdienten 1:0 ein. Süßmaier ohne Abwehrchance.
Und die Schanzer legten sofort nach: Rosenheims Abwehr wiederholt überfordert, Ingolstadts Thorsten Nicklas bekam eine hohe Flanke auf die linke Seite, lief ungestört bis zur Grundlinie – und passte von dort scharf ins Zentrum. Buchner ließ den Ball geschickt durch und Ryoma Watanabe musste aus sechs Metern nur noch einschieben (35.). Der FCI hatte seine Klasse gezeigt – und die Sechziger bis hierhin nichts entgegenzusetzen.
Zur Pause also eine völlig verdiente Führung für Ingolstadt. Eine klare und eindeutige Angelegenheit für die Schanzer. Eines war klar, der TSV 1860 Rosenheim musste in der zweiten Halbzeit definitiv eine Schippe drauflegen, wenn er von hier noch etwas mit nach Hause nehmen wollte.

imageVerdiente Halbzeitführung für die Schanzer – wenig Spannung in Hälfte Zwei
In der 53. Minute brachte Seidel den wiedergenesenen Josip Tomic für Sebastian Weber. Doch auch dieser Offensivwechsel änderte nicht viel an der Gesamtsituation. Die Sechziger machten ihre Sache jetzt ein klein wenig besser, wirkten zumindest sortierter, kamen auch mal zum ein oder anderen Abschluss, vor allem Sascha Marinkovic mühte sich redlich – allerdings hautptsächlich, weil die Ingolstädter sie gewähren ließen. Tomic hatte die Gelegenheit mit einem Fernschuss – aber auch der fand nicht sein Ziel.
Die Schanzer verwaltete das Spiel nun lediglich und machten das auch recht clever und abgeklärt. Sie konnten es sich mit der klaren Führung im Rücken ja auch leisten.Viel Erbauliches zu sehen gab es für die nur rund 250 Zuschauer demzufolge in Halbzeit Zwei nicht mehr. Beide Teams ließen hinten kaum etwas zu. Ingolstadt tat das Nötigste – und das reichte. Man ließ die Rosenheimer ein wenig mitspielen und lauerte auf den einen entscheidenden Konter.

Der kam dann kurz vor Schluss in der 84. Spielminute: Ingolstadts Schiller kam kurz vor dem Rosenheimer Strafraum an den Ball, setzte sich gekonnt gegen drei Abwehrspieler durch, zog in den Strafraum – und ließ nach seinem schönen Alleingang Süßmaier erneut keine Chance und legte ihm den Ball zum 3:0 ins lange Eck. Der Käse im altehrwürdigen ESV-Stadion war gebissen.
Sechzig hatte danach gegen siegessichere Gastgeber zwar noch die ein oder andere Chance und hätte vielleicht noch den Ehrentreffer erzielen können – aber da diese genauso wenig verwandelt wurden wie ein Ingolstädter Konter bei dem Christof Fenninger am glänzenden Süßmaier scheiterte, blieb es schließlich beim auch in dieser Höhe verdienten 0:3 aus Rosenheimer Sicht.

Enttäuschender Tag für Rosenheim – doch der Blick ist nach Vorne gerichtet
Die Elf von Klaus Seidel hatte am heutigen Tag sicher bitteres Lehrgeld gezahlt. Das Gastspiel in Ingolstadt war auf allen Ebenen enttäuschend. Kein Beinbruch zwar, denn jedem, der die Rosenheimer Möglichkeiten kennt, war klar, dass auch solche Tage kommen werden – aber durchaus eine ernüchternde Erfahrung.

„In der Regionalliga ankommen, heißt eben auch solche Erlebnisse verarbeiten – und seine Lehren daraus zu ziehen.“, meinte der Sportlicher Leiter des TSV 1860 Hans Kroneck nach dem Spiel und sagte weiter: „Auf Regionalliga-Level wird eben jede Nachlässigkeit gnadenlos bestraft – ob auf taktischer oder körperlicher Ebene.“. Diese Lektion gilt es für die Sechziger anzunehmen, schnell zu lernen und im Heimspiel am kommenden Freitag gegen die SpVgg Bayreuth wieder Vieles besser zu machen.
Quelle und Bilder: Beinschuss.de

20 Jul

Zweiter Spieltag Regionalliga Bayern – Wir fahren selbstbewusst nach Ingolstadt!

Am zweiten Spieltag der Regionalliga Bayern muss der TSV 1860 Rosenheim am Freitag, den 22.07.16 um 19:00h bei der zweiten Mannschaft beim FC Ingolstadt antreten.

Das blutjunge Team von Trainer Stefan Leitl verlor am ersten Spieltag am Montagabend beim TSV 1860 München II ein wenig unglücklich mit 1:2 Toren. Nachdem Thomas Kurz die kleinen Schanzer kurz vor dem Halbzeitpfiff nicht verdient in Führung brachte, konnten die Münchener mit einem Doppelschlag in der letzten Viertelstunde noch den wichtigen Dreier zu Saisonbeginn einfahren.
imageDie Mannen um FCI-Kapitän Andreas Buchner werden nun sicherlich alles daran setzen auf heimischen Rasen möglichst dreifach zu punkten und sich dadurch von den hinteren Tabellenrängen gleich entfernen zu können. Doch da wird der Aufsteiger vom TSV 1860 Rosenheim etwas dagegen haben.

Nach der wirklich tollen und beachtlichen Leistung in der Auftaktpartie gegen den Topfavoriten aus Unterhaching, bei der man zwar ebenfalls mit 1:2 Toren den Kürzen zog, aber durchaus schon eine Duftmarke setzen konnte, gehen die 60er mit Zuversicht an die nächste Herausforderung heran.

Die Ungewissheit, ob man in der höheren Spielklasse, vor allem gegen so ein Kaliber wie Haching dagegenhalten kann, ist verflogen. Die Jungs von Trainer Klaus Seidel konnten die Erfahrung machen, dass sie als kompakt auftretende und eingeschworene Einheit auf alle Fälle standhalten, ja sogar ein gewichtiges Wörtchen mitreden können.

Aber, dem Aufsteiger stehen nun weitere 33 Endspiele um den Klassenerhalt bevor. Nur wenn stets die Leistungsgrenze abgerufen und erreicht wird sind positive Resultate möglich. Ein Nachlassen oder Unkonzentriertheiten werden in dieser Liga bitterböse bestraft.

Die Neuzugänge um Kapitän Mathias Heiß, dem 19jährigen Alex Zetterer sowie Max Mayerl haben sich nahtlos in das funktionierende Team eingliedern können. Und auch die Entwicklung der Eigengewächse wie z.B. Sebastian Weber, der eine bemerkenswerte Leistung am Sonntag abrufen konnte, oder der eingewechselte Burhan Bahadir lassen einiges für die Zukunft des TSV 1860 Rosenheim versprechen.

Auch der Sportliche Leiter, Hansjörg Kroneck, war mit dem Saisonauftakt gegen Unterhaching zufrieden. „Hätte das eigentlich reguläre Tor von Max Mayerl gezählt, wäre mit einer Führung im Rücken sogar ein Punkt oder noch mehr drin gewesen. Aber nun wollen wir in Ingolstadt da weitermachen, wo wir aufgehört haben. Wir fahren sicherlich nicht chancenlos dort hin, ein Punkt ist das durchaus realistische Ziel“.image

Mit an Bord wird auch wieder Josip Tomic sein, der gegen die Hachinger wegen Krankheit kurzfristig fehlte. Ob er und Goalgetter Danijel Majdancevic (Trainingsrückstand) jedoch von Beginn an auflaufen werden, ist fraglich. Neben dem Langzeitverletzten Johannes Zottl, der unter der Woche am Kreuzband operiert wurde, fehlen noch Stefan Mück und Andreas Maurer, die sich beide noch im Aufbautraining befinden. Ebenfalls pausieren muss Markus Wallner mit einer Fleischwunde am Schienbein. Ob Neuzugang Torwart Fritz Pflug in Ingolstadt zum Kader gehört, ist noch unklar.

20 Jul

Julian Weigls langer Weg zum Nationalspieler

Der bekannte Fußballjournalist Reinhard Hübner hat einen sehr interessanten Artikel über Julian Weigl verfasst, den wir hier gerne veröffentlichen möchten.

TSV 1860 Rosenheim – Das Ende des Weges ist ein Flaschenhals, der schließlich so eng wird, dass er nur noch vereinzelt Tropfen durchlässt. Nur 0,1 Prozent der Fußball spielenden Kinder werden später Profis. Der ehemalige Rosenheim und Löwe Julian Weigl hat es geschafft.
An diesem verregneten Sonntag spürt Hans Weigl Glück, aber auch so etwas wie Demut. Der Weg dorthin aber ist weit, brutal weit, ist gespickt mit Hürden und Fallstricken.
In wenigen Stunden wird Julian gegen Ungarn sein erstes Länderspiel bestreiten, und dem stolzen Vater fällt nun ein, dass sein Sohn auf den Tag genau ein Jahr zuvor neunzig Minuten auf der Bank gesessen hatte, beim Relegationsspiel der Münchner Löwen in Kiel, beim Kampf ums Überleben in der zweiten Liga. Hans Weigl erzählt von „Gänsehaut“ und davon, wie unglaublich schnell alles gehen kann im Fußball.
Man braucht, neben einem gewissen Talent natürlich, ungeheures Glück, festen Willen, möglichst optimale Rahmenbedingungen, gute Begleitung und an manchen Weggabelungen richtige Entscheidungen. Die meist die Eltern zu treffen haben.
Dank seines Vaters wächst Weigl „auf dem Fußballplatz auf“
weiglBei Julian scheint der Weg vorgezeichnet. Der Vater ist ein früherer Amateurkicker, dessen größter Erfolg 1991 der Aufstieg mit dem ASV Au in die Bezirksliga gewesen ist. Als dann 1995 Julian geboren wird, wächst das Kind quasi „auf dem Fußballplatz auf“, so der Vater. Sobald er laufen kann, hat er „immer einen Ball am Fuß“, ob draußen oder daheim in der Wohnung in Ostermünchen. „Am Fußballplatz hatten wir immer eine zweite Garnitur Kleidung dabei“, schon nach kurzer Zeit nämlich ist Julian unter einer dicken Schmutzschicht kaum mehr zu erkennen. „Der hat sich immer voll reingehauen“, erinnert sich der Vater. Bereits als Dreijähriger darf er in Ostermünchens F-Jugend mitkicken.
Begeisterung für den Fußball, das ist die Grundvoraussetzung, Spaß am Sport, an der Bewegung, das war den Weigls immer wichtig, auch in der Zeit noch, als ein gewisses Talent schon zu erkennen war. Unaufgeregt treffen sie die erste wichtige Entscheidung für Julians Weg, den Wechsel nach der E-Jugend aus Ostermünchen zu 1860 Rosenheim: „Sollte es nicht klappen, kann er ja wieder zurück“, sagt sich der Vater. In Rosenheim aber erkennt man schnell, welches Juwel man da bekommen hat.
„Wir wollten ihn ja schon früher“, erinnert sich Christian Haas, der in den ersten Jahren zum wichtigsten Förderer wird. Weil er das Talent schon mal härter anpackt: „Wir sind schon auch heftiger aneinandergeraten.“ Etwa bei der Geschichte mit der Wurstsemmel. Haas hat seinen Kapitän mal eine Denkpause auf der Bank verordnet, will ihn nun einwechseln, verzichtet aber darauf, als er sieht, wie der seelenruhig gerade sein zweites Frühstück verdrückt. „Da hat er lieber das Spiel verloren“, wird Julian später berichten. Und ist Haas noch heute dankbar: „Damals habe ich verinnerlicht, dass Talent allein gar nichts ist, Disziplin aber alles.“ Kritik, sagt Haas, „hat er akzeptiert, er war nicht beleidigt oder nachtragend.“ Sondern hat daraus seine Schlüsse gezogen.

Den größten Sprung macht Julian in der U15: „Da hat er alles rausgehauen, er war unglaublich dominant, hat von sich aus immer Verantwortung übernommen. So einen Spieler“, sagt Haas, „habe ich selten gesehen, er war selbstbewusst ohne arrogant zu sein, hat bei wichtigen Überlegungen mitgeredet, wurde früh mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld.“ An Julian kommt man nun gar nicht mehr vorbei, wenn es darum geht, einen Kapitän zu bestimmen: „Er blieb immer geerdet, hat Mannschaftskollegen nach Fehlern getröstet, sie aufgemuntert, wenn wir draußen geschimpft haben.“ Julian aber ist auch eine „coole Socke“, erinnert sich Richard Riedl, der in dieser Zeit mit Haas die Mannschaft coacht: „Bei einem Turnier in Österreich mussten wir ein Spiel unbedingt gewinnen, um die nächste Runde zu erreichen. Bei einem Freistoß 18 Meter vor dem Tor forderte ich Julian auf, es direkt zu versuchen. Wie selbstverständlich haute er ihn rein, kam zu mir an die Linie und fragte frech: War das jetzt so für Sie okay, Herr Riedl? Immer hatte er einen lockeren Spruch drauf.“
Bei Julian Weigl läuft vieles, aber auch nicht alles glatt. Mit der bayerischen U15- Auswahl darf er sich beim DFB-Sichtungsturnier in Duisburg präsentieren, „muss aber Außenverteidiger spielen statt auf der angestammten Sechs und kam nicht so richtig zum Zug“, erzählt Hans Weigl. Der Sohn ist unzufrieden, verzagt aber nicht: „Sein Motto war: Wer ehrliche Arbeit abliefert, hat irgendwann Erfolg.“ So steckt er auch die frustrierende Absage des FC Bayern weg. „Die fanden ihn zu langsam, zu behäbig, ohne die nötige Dynamik“, sagt Christian Haas und muss noch heute grinsen, wenn er an diese fatale Fehleinschätzung denkt.

Er hat seinen Schützling anders erlebt. So beim Futsal, als die Rosenheimer U15 bis ins Finale um die Deutsche Meisterschaft vordringt. „Julian war für mich einer der besten Spieler überhaupt“, er fällt auf, so dem Scout aus Hoffenheim, auch die Münchner Löwen buhlen nun verstärkt um ihn. Nachwuchschef Wolfgang Schellenberg kennt Weigl, hat ihn seit seiner Zeit als Rosenheimer Cheftrainer auf dem Radar, den damals 15-Jährigen schon zu Fördertrainingseinheiten mit der ersten Mannschaft beordert. Die Futsal-Meisterschaft in Bergkamen sieht auch Vater Weigl als wichtige Etappe auf Julians Weg, „wir besuchten damals das Dortmunder Stadion, das ihn sofort faszinierte.“ Wobei er natürlich nicht ahnen kann, genau hier einmal zum Nationalspieler zu reifen.
Schellenberg schätzt Weigl nicht nur als Fußballer, sondern auch als Charakter: „Julian ist ein positiver, ein offener Typ, der auf seine Mitspieler zugeht.“ Die Entscheidung, nach München zu wechseln, fällt spät, den Eltern aber nicht schwer: „Bei 1860 war die Atmosphäre familiär und locker.“ Und Ostermünchen liegt an der Bahnstrecke Rosenheim – München, Julian kann pendeln. „Aber natürlich muss die Familie voll dahinterstehen.“ Die Weigls haben noch eine Tochter, die nicht zu kurz kommen soll. Sie spüren, dass es ein Einschnitt ist, „Julians Traum aber war der Profifußball, den sollte er leben können.“ Er muss „nun einfach den nächsten Schritt machen“, findet auch Förderer Haas.
Für Eltern aber ist es immer auch ein Balanceakt. Plötzlich wird man konfrontiert mit hohen Ansprüchen, mit wachsender Professionalität, mit blumigen Avancen von Beratern, taucht ein in eine neue, bisher weitgehend unbekannte Welt, stellt sich Fragen: War die Entscheidung richtig, wie wird der Bub umgehen mit der Belastung? Schließlich soll auch ein vernünftiger Schulabschluss her, „darauf haben wir größten Wert gelegt“, so Hans Weigl. Er zählt nicht zu den Vätern, die Druck ausüben, ihre eigenen Träume in das Kind projizieren. „Wir haben ihn, so gut es ging, unterstützt“, den Weg aber sollte Julian gehen, „wir haben uns da weitgehend zurückgehalten“. Julian geht ihn, mit aller Konsequenz. Er schließt die Wirtschaftsschule in Bad Aibling erfolgreich ab, zieht nach München ins Internat und macht im Fanshop der Löwen eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann.

Als er als jüngerer Jahrgang Kapitän der U19 wird, ahnt auch Hans Weigl, dass „es was werden könnte“. Julian ist total fokussiert auf Fußball, verzichtet auf vieles, geht lieber ins Trainingslager als auf Feste oder die Abschlussfahrt mit seinen Mitschülern. „Fleiß schlägt Talent“, den Spruch seines Trainers Josef Steinberger hat Julian verinnerlicht, einfach hart an sich arbeiten, das ist sein Motto, das ihn auch kleinere Enttäuschungen wegstecken lässt. „Natürlich hätte er gerne früher als erst in der U19 den Sprung in ein Junioren-Nationalteam geschafft“, so der Vater. Julian aber verzagt nicht, sagt sich: „Wenn man nur seine Leistung bringt, kommt alles andere von alleine.“ Er sollte recht behalten.
Als er vor einem Jahr die Löwen verlässt, nach Dortmund wechselt, traut ihm kaum einer zu, dort sofort zum unumstrittenen Stammspieler zu werden, „zunächst wollte er lernen“, so der Vater. Trainer Thomas Tuchel aber erkennt Weigls Qualitäten, diese Spielintelligenz, diese Abgeklärtheit, Ballsicherheit und minimale Fehlerquote. Dass er nun sogar bei der Europameisterschaft dabei ist, zeigt, wie schnell alles gehen kann im Fußball.
Geschenkt aber wurde auch Julian Weigl nichts. Er hatte das Glück, ein vernünftiges Elternhaus zu haben, das passende Umfeld, die richtigen Förderer. Und die nötige Geduld, wenn der Erfolg etwas länger auf sich warten ließ. Alles hat er für sein großes Ziel getan, immer an sich geglaubt. Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet er schließlich durchgeschlüpft ist durch diesen brutal engen Flaschenhals.
Nur für ganz wenige erfüllt sich der Traum vom Profifußball. Millionen von Kindern träumen diesen Traum, den Traum vom Profifußball, vom Nationalteam, vielleicht vom WM-Titel. Viele von ihnen nehmen Entbehrungen in Kauf, verlassen früh das Elternhaus, um in einer der Nachwuchsakademien der Bundesligaklubs ausgebildet und ihrem großen Ziel nähergebracht zu werden. Jahr für Jahr werden an die 500 potentielle Neuprofis auf den Markt geschwemmt, nur ganz wenige werden dauerhaft vom Fußball leben können. Rund 2500 Fußballer sollen es sein, die das in Deutschland können, knapp 500 davon im Überfluss, sehr gut oder ganz ordentlich. Sie spielen Bundesliga. Der Rest wird schon seltener in Verbindung gebracht mit Villa, Yacht und Sportwagen. Zweite und dritte Liga, erst recht die Regionalligen, werfen nicht mehr allzu viel ab, der Job ist hart, undankbar und oft zu gering bezahlt, um etwas zurücklegen zu können für die Zeit nach der Karriere.
Wer Fußballprofi ist, hat in 75 Prozent der Fälle keine abrufbare berufliche Qualifikation, wenn Alter oder Verletzungen eine Umorientierung erfordern, hat eine Untersuchung des „kicker“ mal ergeben. Nur ganze zehn Prozent der Profifußballer haben finanziell ausgesorgt.
Insgesamt sind es nur 0,1 Prozent der in Deutschland kickenden Kinder, die später ihren Traum vom großen Fußball verwirklichen können. Und davon wiederum nur ein Fünftel in der Bundesliga. Die Arbeitsplätze sind rar, jeden Sommer treffen sich viele arbeitslose Profis im Trainingscamp des Berufsverbands VdV, in der vagen Hoffnung, sich auf diesem Umweg noch für einen Vertrag empfehlen zu können. Diese doch recht düstere Perspektive muss Jugendlichen und ihren Eltern bewusst sein und sie dazu bringen, neben einer qualifizierten sportlichen auch die schulische und berufliche Ausbildung zu forcieren. Auch wenn das Talent noch so groß sein sollte, allein auf den Profifußball zu setzen, ist ein äußerst fragiles Standbein. Da ist es nur gut, wenn man sich ein zweites geschaffen hat.

Quelle: Münchner Merkur

 

 

19 Jul

FC Schalke 04 trifft Rosenheim

Die Fußballer des TSV 1860 Rosenheim und der Freien Turnerschaft Rosenheim sorgen gemeinsam zur Herbstfestzeit für ein unterhaltsames Fußballerlebnis.

 

S04-LogoFC Schalke 04 trifft Rosenheim
Die Schalke Traditionsmannschaft in Rosenheim
am Samstag, 3. September um 17:00 Uhr
im Jahnstadion Rosenheim

 

 

Die Königsblauen vom FC Schalke 04 gehören zu den bekanntesten und beliebtesten Fußballvereinen in Deutschland mit großartigen Fans.
Erleben Sie die Schalke Traditionsmannschaft rund um den Weltmeister von 1990 Olaf Thon, die Legende Klaus Fischer oder den ehemaligen Bundesliga-Torschützenkönig Martin Max bei einem unterhaltsamen Spiel gegen eine Auswahl an regionalen Fußball-Urgesteinen der 60er und der „Fritschi“ und weiterer Rosenheimer Persönlichkeiten und Fußballfreunde.
Das Spiel dient auch einem guten Zweck. Der TSV 1860 Rosenheim und die Freie Turnerschaft Rosenheim kooperieren im Sinne der Jugendarbeit der beiden Vereine. Die Einnahmen gehen an die Jugendabteilungen der Vereine.
Seien Sie dabei am 3. September. Erst zum Fußball, dann aufs Herbstfest, schöner kann man einen Samstag nicht verbringen. Wir freuen uns auf einen unterhaltsamen Tag mit Ihnen.

18 Jul

Unser Neuzugang Matze Heiß im großen OVB-Interview

Foto 10.07.16, 12 42 33Mathias Heiß (23) ist vor dieser Saison vom FC Ingolstadt 04 II zum Fußball-Regionalligisten 1860 Rosenheim gekommen und bringt Regionalligaerfahrung mit. Der gelernte Innenverteidiger wurde auch prompt zum Kapitän gewählt. Nach dem Spiel gegen Unterhaching stand er der OVB-Sportredaktion Rede und Antwort.

Sie haben ein Tor geschossen und dennoch 1:2 verloren. Gemischte Gefühle, oder?

Das Tor ist mir jetzt nicht so wichtig. Ich bin Abwehrspieler, ich bin eigentlich dafür da Tore zu verhindern. Vielleicht wäre mehr drin gewesen. Aber man muss sagen, dass Unterhaching einen starken Kader und stark gespielt hat. Das Ergebnis geht am Ende in Ordnung.

Die erste Halbzeit war noch sehr ausgeglichen. In der zweiten Halbzeit hat sich Rosenheim eher versteckt. Warum?

Wir haben irgendwann dem Druck von Unterhaching nicht mehr standhalten können. Sehr schade, dass wir das 1:0 ausgerechnet durch einen Standard kassiert haben. Wenn wir das 0:0 länger gehalten hätten, wäre vielleicht sogar noch eine Überraschung möglich gewesen.

Wie ist die Stimmung in der Mannschaft nach der Niederlage?

Uns ist bewusst, das wir gegen starke Gegner wie Unterhaching nicht gewinnen müssen, aber sicherlich sind wir alle enttäuscht, weil einfach mehr drin war.

Wie zufrieden sind Sie mit der Mannschaftsleistung?

Ich denke, wir haben eine sehr kämpferische Leistung gezeigt. Das macht uns auch aus. Uns ist bewusst, dass wir spielerisch an manche Mannschaften nicht herankommen. Aber der Kampf zeichnet uns aus. Deshalb bin ich zufrieden.

Sie sind dieses Jahr neu dazugekommen und sogleich zum Kapitän gewählt worden. Wie kam das?

Das ist für mich keine große Sache. Das hab ich dem Trainer und dem Team auch gesagt. Ich bin jemand, der Verantwortung übernehmen will, und das mache ich mit oder ohne Binde.

Sie haben schon Regionalligaerfahrung. Hat Rosenheim Ihrer Meinung nach das Niveau in der Liga mitzuhalten?

Das absolute Ziel ist der Klassenerhalt und wenn wir immer eine solch kämpferische Leistung zeigen wie heute, ist das auf alle Fälle drin.

Es kamen sehr viele Zuschauer. Ist das eine zusätzliche Motivation für die Spieler?

Ich bin sehr froh, dass so viele gekommen sind. Ich war ein bisschen überrascht und es freut mich sehr. Und ich fand, dass wir großen Rückhalt von den Fans hatten. Wir wurden immer wieder beklatscht. Und ich hoffe natürlich, dass jedes Heimspiel so ist. Und ja, das spornt einen an, auf jeden Fall.

Das nächste Spiel ist gegen ihren früheren Verein FC Ingolstadt 04. Ist es ein Vorteil, dass Sie den Verein und die einzelnen Spieler kennen?

Ich kenne alle. Ob das jetzt ein großer Vorteil ist, weiß ich nicht. Ich werde den Trainern helfen, so gut wie ich kann. Aber im Endeffekt ist es ein ganz normales Spiel, wie jedes andere auch. Ich freu mich jedenfalls schon darauf.

Wie stehen die Chancen?

Ich bin sicher, wir können gewinnen. Wie übrigens jedes andere Spiel auch.


 Quelle: OVB

17 Jul

U10 mit tollem 2. Platz beim hapa Cup in Allach

Foto 16.07.16, 19 53 13Beim hervorragend besetzten Sommerturnier um den hapa Cup bei TSV Allach konnte unser 2006er Jahrgang einen tollen 2. Platz erringen.

Insgesamt 16 Mannschaften spielten um den Cup und unsere Jungs zeigten eine spitzen Leistung und kämpften sich mit viel Leidenschaft durchs Turnier. Im Viertelfinale konnte die SpVgg Unterhaching mit 1:0 besiegt werden.

Im Finale wartete dann der FC Bayern. Nach regulärer Spielzeit stand es Unentschieden, so musste das 8 Meter-Schießen entscheiden. Hier behielt der FC Bayern die Oberhand.

Herzlichen Glückwunsch an die Mannschaft und das Trainerteam zu diesem Erfolg.

 

17 Jul

1860 Rosenheim verliert nach tollem Kampf mit 1:2 gegen Haching

Am ersten Spieltag der Regionalliga Bayern lieferten sich der Aufsteiger vom TSV 1860 Rosenheim gegen die favorisierten Gäste von der SpVgg Unterhaching einen harten Fight. Zwar hatten die Schromm-Schützlinge mehr Ballbesitz, konnten diesen jedoch nur selten in Torgefahr ummünzen. Nach nur wenigen Minuten hätten die Hausherren sogar die Führung erzielen müssen. Die prima Vorarbeit von Philipp Maier über den linken Flügel konnte Mittelstürmer Sascha Marinkovic freistehend aus kurzer Distanz mit langen Bein nur mehr knapp neben das leere Gehäuse setzen – eine 100%ige!

Quelle: Beinschuss

Quelle: Beinschuss

Weitere Minuten ohne größere Torgefahr auf beiden Seiten vergingen, ehe der Rosenheimer Neuzugang Max Mayerl nach weiter Freistoßflanke mit links den Ball volley ins lange Toreck hämmert (25. Min.). Aber das Schiedsrichter-Team entscheidet auf Abseits, was zumindest diskutabel war – eine sehr enge Entscheidung.

Bis auf einen Torschuß von Jim-Patrick Müller in Spielminute 34., den Dominik Süßmaier im Kasten der 60er bravourös meisterte, konnten die Mannen um die Ex-Rosenheimer Maximilian Nicu und Markus Einsiedler keine gefährliche Toraktion für den Favoriten in den ersten 45 Minuten verzeichnen.
Die Heimelf leistete vor allem im Defensivverbund hervorragende Arbeit. Die 60er Abwehr um die Neuzugänge Mathias Heiß und Alexander Zetterer spannte ein Netzwerk auf, durch das die technisch versierten und hochveranlagten Gäste nur selten hindurch kamen.
Mit Anpfiff der zweiten Hälfte agierten die Seidel-Schützlinge zunächst nicht mehr ganz so akribisch konsequent in der Verteidigung, sodass die Hachinger in Spielminute 57. durch einen Kopfballtreffer von Ulrich Taffertshofer nach Freistoß zur Führung einnicken konnten. Jetzt waren die Rothemden auf heimischem Geläuf ein wenig deprimiert. Das nutzen die Gäste zum zweiten Treffer aus. Der stets quirlige Sascha Bigalke konnte freistehend aus 22m ein Pfund absetzen, der Ball klatschte daraufhin an die Latte und wurde von Markus Einsiedler in Abstauber-Manier per Kopf zum 0:2 über die Linie gedrückt.

Quelle: Beinschuss

Quelle: Beinschuss

Als sich nahezu alle in beiden Lagern mit dem Ergebnis abgefunden hatten, erzielte Mathias Heiß aus 12m per Linksschuß nach schöner Vorarbeit des eingewechselten Danijel Majdancevic noch den Anschlußtreffer für die Hausherren (86.). Doch die erfahrenen Gäste ließen sich in den letzten Minuten die Butter nicht mehr vom Brot nehmen und fuhren die drei Punkte am ersten Spieltag ein.

Die junge Truppe von Trainer Klaus Seidel machte ihren Job wirklich gut. In den paar entscheidenden Situationen fehlte einfach die Erfahrung, hin und wieder auch das nötige Quäntchen Glück. Eine wirklich fabelhafte Leistung des Aufsteigers gegen einen der Topfavoriten um den Aufstieg. Die Jungs müssen einfach nur so weitermachen, dann werden sie auch in den nächsten Partien bestehen und positive Resultate einfahren.

 

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16 Jul

Der Sportliche Leiter Hans Kroneck im OVB Interview: „Ich glaube zu 100 Prozent an unsere Mannschaft“

DSC_0050„Für seine Jungs“ würde er sein letztes Hemd geben. Hans Kroneck ist die Schlüsselfigur beim TSV 1860 Rosenheim. Mit unglaublichem Ehrgeiz leitet er nun bereits seine zweite Spielzeit an der Mangfall. Für viele Vereinsangehörige ist klar: Ohne Kronecks Engagement wären die jüngsten Erfolge wohl kaum möglich gewesen. Wir haben den Meistermacher zum Gespräch getroffen.

Herr Kroneck, wie viel Zeit hatten sie die letzten Wochen, um zu realisieren, was Sie und Ihr Team mit dem Aufstieg in die Regionalliga vollbracht haben?

Die letzten sechs Wochen war extrem zeitintensiv. Der Herrenbereich mit der kompletten Vorbereitung auf die Regionalliga, Erfüllung aller medizinischen Auflagen, das Trainingslager in der Nähe von Nürnberg sowie die Kaderplanung. Darüber hinaus noch der Jugendbereich mit der Mini – EM und der Organisation der U-Mannschaften.

Wird es denn mittlerweile etwas ruhiger nach diesem Organisationsmarathon?

Aktuell wird es tatsächlich etwas ruhiger. Dafür steigt jedoch die Anspannung. Mit jedem Tag, den das Eröffnungsspiel gegen Unterhaching näher rückt, wird das Kribbeln und die Vorfreude größer.

Dann kommen wir gleich zum Tagesgeschäft: Wie wichtig sind Ihnen Ergebnisse in der Vorbereitungszeit?

Ergebnisse zählen für mich und Klaus Seidel nur in Punktspielen. In der Vorbereitungszeit wollen wir möglichst viele und unterschiedliche Konstellationen und Systeme ausprobieren. Bis dato haben wir bewusst noch kein Vorbereitungsspiel mit der voraussichtlichen Haching – Aufstellung bestritten. Jeder Spieler muss auch mal auf einer ungewohnten Position ran. Wir wollen hauptsächlich sehen, wie die Jungs auf die neue Situation reagieren und welche Einstellung sie an den Tag legen.

Wurde mit dem Weggang von Raphael Obermair (zum FC Bayern München II) und Christoph Wallner (zum 1. FC Nürnberg II) dem Team das Herzstück zerbrochen?

Selbstverständlich tun uns diese Abgänge sehr weh. Sportlich sowie menschlich. Mit Christoph Wallner verlieren wir zudem noch ein richtiges Mentalitätsmonster. Letztes Jahr im September war er der Einzige, der mit mir zusammen an den Aufstieg geglaubt hat. Er war das Sprachrohr der Mannschaft und mein Sprachrohr zur Mannschaft. Mit seiner Art hat er auch die Mannschaft mitgerissen und Spieler für Spieler an unser Ziel glauben lassen. Nun ist es jedoch so, dass er sich seinen Traum erfüllen will und wir verstehen das zu 100 Prozent. Für uns war nach seinem Abgang das Entscheidende, das wir einen adäquaten Ersatz finden. Und mit Matthias Heiß haben wir das. Tolle Persönlichkeit, klasse Fußballer und nach nur drei Wochen von der Mannschaft zum Kapitän gewählt. Das sagt meiner Meinung nach sehr viel über Matthias aus.

Jedes Jahr kommt ein namhafter Verein und schnappt Ihnen die besten Spieler Ihres Teams weg. Das zermürbt doch. Wie schwer ist es tatsächlich einen angesagten Ausbildungsclub zu leiten?

Na klar ist das keine leichte Aufgabe. Aber genau das ist die Herausforderung, derer wir im Verein uns annehmen. Wir wollen mit unserer Jugendarbeit jene Spieler ersetzen, die den Sprung in den bezahlten Fußball wagen. Letztes Jahr verließ uns mit Markus Einsiedler ein absoluter Topspieler zur SpVgg Unterhaching. Das Jahr davor Kokocinski zum TSV 1860 München. Wir konnten diese Lücken mit unserer tollen Jugendarbeit wieder schließen. So wird es auch diesmal sein. Und außerdem freuen wir uns für jeden Spieler, der sich im Profifußball etabliert.

Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in dieser Saison – wohl die schwerste Regionalliga aller Zeiten – zu?

Ich bin von unserer Mannschaft absolut überzeugt und glaube zu hundert Prozent an sie. Wenn wir von größeren Verletzungssorgen verschont bleiben und mit dem Teamgeist der letzten Saison auftreten werden wir den Klassenerhalt realisieren. Natürlich wird es kein leichter Weg – die Liga ist unglaublich anspruchsvoll. Wir konnten im Trainingslager richtig gut arbeiten und haben vor allem einen sensationellen Teamspirit aufbauen können. Der kann uns weit bringen.

Und zum Auftakt gibt es einen Sieg gegen Haching?

Mit Hachings Manager Manfred Schwabl habe ich 2:2 vereinbart. Im Ernst, die SpVgg ist der Topfavorit auf den Aufstieg. Dafür haben sie auf dem Transfermarkt gut zugeschlagen. Wir erwarten eine tolle Kulisse und wollen ein Ausrufezeichen setzen. Für uns wäre ein Unentschieden ein sehr guter Start in die Regionalligasaison 16/17.

Vielen Dank für das Interview

Quelle: OVB

 

15 Jul

TSV 1860 Rosenheim angelt sich junges Torwarttalent

Kurz vor Saisonstart in die Regionalliga Bayern können die Fußballer des TSV 1860 Rosenheim noch einen weiteren Neuzugang vermelden.

IMG_6763Torhüter Fritz Plug hat bis zum Ende der Saison einen Vertrag bei den Rothemden unterschrieben. Der 20 Jährige kommt aus der Bundesliga Reserve von RB Leipzig an die Mangfall.

Pflug ist ein top ausgebildeter, junger Spieler und passt so bestens ins Anforderungsprofil der 60er. In der C-Jugend wechselte er in das Sportinternat des FC Energie Cottbus, von dort dann in den Herrenbereich zu RB Leipzig II.

Von der U15-U19 war er Mitglied des Nationalmannschafts-Kaders und bestritt in der U16 insgesamt 4 Spiele, in der U18 2 Spiele im Dress der Deutschen Nationalmannschaft.

Pflug wohnt ab sofort in Rosenheim und will hier ab Herbst sein Studium beginnen.