3 Dez

Spielausfall: 1860 Rosenheim stinksauer auf Illertissen!

Es hätte der abschließende Spieltag vor der Winterpause werden sollen, jedoch wurde das Viertligamatch zwischen dem FV Illertissen und dem TSV 1860 Rosenheim kurzfristig abgesagt. Bei den gegebenen Witterungsverhältnissen nicht unbedingt ein Wunder, konnten doch zahlreiche Begegnungen an diesem Wochenende nicht ausgetragen werden. Illertissen jedoch entschied sich dagegen, das Spiel frühzeitig abzusagen – und so durften die Rosenheimer-Kicker sich um neun Uhr morgens auf den Weg machen und insgesamt 450 Kilometer umsonst zurücklegen. Die Laune war dahin – und die Sechziger dementsprechend sauer.

Was die Rosenheimer nachdem sie aus dem Bus stiegen vorfanden, war ein verschneiter und vereister Platz, auf dem es unmöglich war unter regulären Bedingungen eine Regionalligabegegnung zu spielen. Nach kurzer Platzbegehung und Absprache mit den beiden Cheftrainern, entschied das ebenfalls umsonst angereiste Schiedsrichtergespann, dass das Spiel nicht stattfinden wird – die einzig richtige Entscheidung bei diesen Platzverhältnissen. Es machte schlichtweg null Komma null Sinn.

Ebenfalls überhaupt keinen Sinn machte, dass die Rosenheimer bei frostigen Temperaturen überhaupt im Schwabenland standen. Eine Schneiderfahrt, die hätte vermieden werden können. Über neun Stunden investierten die Rosenheimer Verantwortlichen und Amateurkicker, die sich sicherlich auch einmal über ein freies Wochenende gefreut hätten – und das, obwohl Rosenheims Sportlicher Leiter Hans Kroneck bereits am Mittwoch und Donnerstag bei Illertissens Vorstandsvorsitzendem Wolfgang Schiller nachgefragt hatte, ob das Spiel auch wirklich stattfindet. „Er sagte jedesmal: Zu einhundert Prozent.“, zitiert Kroneck den Klubchef der Schwaben.

Ein ganzer Tag im Eimer – und das alles für die Katz. Und nicht einmal wirklich umsonst – denn auch die Anreisekosten mussten ja getragen werden. Aufgebracht und wütend traten die konsternierten Rosenheimer, die noch einmal heiß auf dieses letzte Spiel gewesen wären, die Heimreise an – und trafen erst um 16:00 Uhr wieder in der Heimat ein.

Ähnlich erging es dem SV Wacker Burghausen, der ebenfalls völlig umsonst nach Ingolstadt fuhr. Erst nach der Ankunft erfuhren die Wacker-Kicker, dass das Spiel auf dem vereisten Platz nicht stattfinden kann. In höheren Spielklassen sollte man eigentlich erwarten können, dass Teams wie der 1860 Rosenheim oder der SV Wacker rechtzeitig über die Platzverhältnisse vor Ort informiert werden. Vor allem angesichts der zurückzulegenden Distanzen. Wir reden hier immerhin von Viertliga-Fußball. In einer Spielklasse, die allen Beteiligten jede Menge abverlangt wirkt das nicht nur wenig professionell – sondern auch nicht gerade kollegial.

Kroneck konnte über das Verhalten der Gastgeber nur noch den Kopf schütteln und echauffierte sich: „Die lassen uns ernsthaft anreisen und sagen nicht, dass der Platz gar nicht bespielbar ist. Nun sind wir umsonst bis nach Illertissen gereist. Eine absolute Frechheit, ich bin total sauer! Die Jungs sind heute insgesamt neun Stunden umsonst da gewesen. Das ist eine Zumutung. Wie kann man so etwas machen?“.

„Zu hundert Prozent. Da frag ich mich doch. Dabei war der Platz anscheinend schon Donnerstags voll Schnee. Das ist unglaublich – und wirklich eine Riesenfrechheit! Ich kann gar nicht sagen, wie sauer ich bin. Das haben unsere Jungs, die so viel leisten, einfach nicht verdient. Die waren jetzt von 8:00 Uhr morgens an für Nichts unterwegs. Und der Bus kostet auch Geld.“, kann sich der Sportliche Leiter der Sechziger kaum beruhigen.

Für das Verhalten der Illertissener fehlt ihm jegliches Verständnis: „Normalerweise ruft man da seinen Gegner fairer- und höflicherweise an, wenn es eben nicht geht, dass gespielt wird. Sie hätten uns auch noch heute morgen anrufen können. So wäre es normal – und anständig. Da muss man sich ja schon fragen, ob es an deren sechs Verletzten lag, dass sie nicht antreten wollten – und sie die Absage lieber dem Schiri überlassen haben, um verbandstechnisch aus dem Schneider zu sein. Warum haben sie nur die Linien frei geräumt, aber nicht den restlichen Platz. Wir wissen es nicht – aber uns dann so übel mitzuspielen und da antanzen zu lassen, ist schon bösartig!“

Quelle und Bildnachweis: Beinschuss

Schneedecke im Vöhlinstadion: Auf diesem Platz hätte das Spiel zwischen Illertissen und 1860 Rosenheim stattfinden sollen.