15 Apr

U 13 liefert grandioses Kampfspiel in Milbertshofen ab

Mit einigen Blessuren und einem leidenschaftlich errungenen 2:1-Auswärtssieg im Gepäck konnte die U 13 die Heimreise vom äußerst hitzigen Gastspiel in Milbertshofen antreten.

Da der Milbertshofener Hauptplatz von der zweiten D-Jugendmannschaft belegt war, wurde das Spiel der höherklassigen BOL-Mannschaft plötzlich auf den schwer zu bespielenden Nebenplatz verlegt. Die nächste Überraschung war dann die Mitteilung, dass der Schiedsrichter nicht erschienen war. Robert Stögemann erklärte sich daraufhin dankenswerterweise bereit, die Partie zu leiten.

Von Anfang an entwickelte sich ein sehr emotionsgeladenes Spiel. Für die Münchner wäre ein Sieg ungeheuer wichtig gewesen, um den Anschluss an die Nichtabstiegsränge herzustellen, dementsprechend motiviert kamen die Hausherren auf den Platz. Die jungen 60er nahmen aber vom Anpfiff weg das Heft in die Hand und erspielten sich ein deutliches Übergewicht, sodass sich zwangsläufig gute Möglichkeiten ergaben. Domi Köck und Marinus Schiller scheiterten in aussichtsreicher Position und Anderl Stelzer schoss das Leder nach einer gelungenen Eckenvariante nur knapp über das Lattenkreuz.

Kurze Zeit später war es dann aber soweit. Seppi Stellner spielte einen tollen Pass in die Gasse auf Max Jägerbauer. Max stoppte noch einmal kurz ab und jagte dann den Ball unhaltbar ins Kreuzeck der Milbertshofener zur 1:0-Führung. Die Gastgeber versuchten ihrerseits durch lange Bälle auf ihren wuchtigen Mittelstürmer Misimovic, den Sohn des ehemaligen Bayern-Spielers und bosnischen Rekordnationalspielers, zum Erfolg zu kommen. Nach einem sehr grenzwertigen Zweikampf mit Marcel Martens kam dieser zu Fall und der Milbertshofener Stürmer konnte alleine auf das Tor zulaufen. Sein Schuss von der Strafraumgrenze schlug dann auch zum Ausgleich im Rosenheimer Gehäuse ein.

Danach wurde die Partie aber sehr hitzig. Der Milbertshofener Sturmführer trat offensichtlich mit völliger Absicht, da er keine Chance auf den Ball hatte, unserem Abwehrchef Marcel Martens mit gestrecktem Bein in die Wade. Marcel verletzte sich so schwer, dass er das Spielfeld humpelnd verlassen musste und auch nicht mehr mitwirken konnte. Kurze Zeit später erhitzten sich die Gemüter wieder, als derselbe Spieler wieder mit dem Ellbogen zuschlug, obwohl der Ball schon weg war. Die einheimischen Zuschauer beschimpften nun lautstark den Schiedsrichter, weil er dem Mittelstürmer androhte, bei der nächsten Aktion vom Platz zu fliegen.

Nach der Pause spitzte sich die Situation noch zu. Bei jeder nur ansatzweise strittigen Situation brüllten die Zuschauer auf den Unparteiischen ein und beleidigten ihn mit unflätigen Schimpfwörtern. Auch die Milbertshofener Spieler ließen sich von der aufgeheizten Stimmung anstecken und gingen theatralisch zu Boden, reklamierten unentwegt beim Referee oder beleidigten unsere Spieler. Die Rothosen ließen sich davon dieses Mal aber nicht beeindrucken und spielten konzentriert weiter. Einzig das Tor wollte nicht fallen. Die Stürmer tauchten mehrmals alleine vor dem Torhüter auf, konnten das Leder aber nicht versenken. Als dann auch noch Anderl Stelzers guter Kopfball nach einer Ecke nur an den Pfosten klatschte, deutete einiges auf ein Unentschieden hin.

Die Burschen gaben aber nicht auf und berannten weiterhin das Münchner Gehäuse. Drei Minuten vor Schluss tankte sich Domi Köck auf der Seite durch. Seinen Schuss konnte der Keeper wieder abwehren und auch der Nachschuss von Marinus Schiller fand nicht den Weg ins Tor. Der Abpraller fiel aber vor die Füße von Seppi Stellner, der an der Strafraumgrenze lauernd, den Ball direkt nahm und ihn überlegt mit der Innenseite ins lange Eck schlenzte.

Die letzten Minuten wurden dann auch noch schadlos überstanden, wobei alle Jungs bravourös kämpften. Max Jägerbauer mit seiner blutenden Nase und Domi Köck, der sich mit starken Rippenschmerzen durchbiss, stehen hier nur stellvertretend für die gesamte Mannschaft, die dieses enorm schwierige Spiel siegreich nach Hause brachte.

Allerdings eskalierte die Situation noch nach dem Schlusspfiff. Die vielen einheimischen Zuschauer beschimpften Robert Stögemann auf das Übelste und bedrängten ihn auch. Glücklicherweise waren unsere Eltern aber sehr besonnen und so konnte eine drohende Handgreiflichkeit verhindert werden.

Mit diesem Sieg wurde der vierte Platz in der höchsten D-Jugendspielklasse gefestigt und eine ähnliche Einstellung wird auch nächste Woche nötig sein, um hoffentlich endlich einmal einen Sieg gegen den Tabellennachbarn vom DFI einzufahren.