14 Feb

Mit Mut zum Klassenerhalt – OVB Interview mit unserem Coach Thomas Kasparetti

„Nur wenn wir mutig sind, werden wir auch erfolgreich Fußball spielen“ – mit diesen klaren Worten vermittelt Thomas Kasparetti, neuer Cheftrainer des Fußball-Regionalligisten TSV 1860 Rosenheim, eine ebenso klare Botschaft.

Er will seinem Team wieder Selbstvertrauen zurückgeben und mit hoher Spielintensität in Richtung Klassenerhalt marschieren. Die Sportredaktion des OVB-Medienhauses sprach während des Trainingslagers in der Türkei mit dem neuen 60er-Trainer.

Herr Kasparetti, sie nun knapp 14 Tage im Amt als Trainer des TSV 1860 Rosenheim – wie lautet ihr Fazit bis hierhin?

Es ist eine absolute Auszeichnung für die Mannschaft und ein Sinnbild für den Charakter meiner Spieler, wie schnell sie die Situation des Trainerwechsels angenommen haben. Ab dem ersten Tag haben die Jungs mit Vollgas mitgezogen – und das, obwohl wir körperlich sehr intensiv gearbeitet haben. Generell liegt ein Gefühl des ,Anpacken-Wollens‘ in der Luft, was mir als Trainer natürlich in die Karten spielt.

Was waren Ihre Hauptanliegen für die Vorbereitungszeit auf die restliche Rückrunde der Saison 2018/2019?

In den ersten Tagen lag unser Augenmerk auf einer überdurchschnittlichen Physis. Wir wollen in der Frühjahrsrunde mit hoher Intensität in die Spiele gehen, dafür sind die körperlichen Voraussetzungen unabdingbar. Mit dem Therapiezentrum Friedl und Corox haben wir auf diesem Gebiet glücklicherweise absolute Profis an unserer Seite. Nicht nur, dass wir bis auf den verletzten Adel Merdan keinerlei Ausfälle zu verbuchen haben, auch das Fitnesslevel der Spieler hat bis hierher unsere Erwartungen übertroffen. Dadurch haben wir im Training perfekte Bedingungen: Hohe Trainingsbeteiligung, belebender Konkurrenzkampf und kluge Belastungssteuerung.

Derzeit befinden sie sich mit Ihrem Team im türkischen Antalya. Wie läuft das einwöchige Trainingslager?

Ein Trainingslager im Winter ist optimal. Für uns gibt es hier großartige Bedingungen, um uns auf die kommenden Spiele vorzubereiten. Die Spieler arbeiten fokussiert und leidenschaftlich an einem klaren Plan, den wir vermitteln wollen. Sie hauen in jeder Einheit alles raus, wollen sich präsentieren und feuern sich gegenseitig in Trainingsübungen an. Wir können hier in Antalya auch an den Umstellungen im Spielsystem arbeiten – offensiv wie defensiv. Zu Hause werden wir dann lediglich an der Spritzigkeit und der Lockerheit für die restlichen Spiele arbeiten.

Am Dienstag kam es zu einem Testspiel gegen den dänischen Zweitligisten HIK PRO Fodbold. Ihr Team verlor in der Schlussminute noch mit 0:1, wie bewerten Sie das Spiel?

Es war ein guter Test gegen einen körperlich starken Gegner. Der Gegentreffer in der Schlussminute war ärgerlich, da wir das Spiel über die kompletten 90 Minuten vor allem spielerisch dominieren konnten. Dennoch überwiegt das positive Gefühl. Auch, weil wir bis dato unser Defensivspiel in den Mittelpunkt der Trainingsarbeit gerückt haben und hierbei auch im Spiel einen sehr positiven Eindruck hinterlassen konnten. Auch dass nach einer Stunde Spielzeit unsere U19-Spieler unbekümmert aufspielten und kampfstark dagegengehalten haben, macht mich stolz und zeigt mir, dass wir auch hier auf einem guten Weg sind.

Seit Kurzem ist auch der neue Co-Trainer Gerry Straßhofer im Trainerteam dabei. Wie wichtig ist er für Ihr Trainerteam?

Gerry lebt seit dem ersten Tag die Werte, die wir den Spielern vermitteln wollen vor und ist sehr motiviert. Das Trainingslager kam zum besten Zeitpunkt, da man sich durch den Austausch vor, zwischen und nach den vielen Einheiten gegenseitig ganz intensiv kennenlernen darf. Wir beide ergänzen uns optimal. Er wird für die anstehenden Punktspiele ein ganz wichtiger Teil für uns sein.

Abschließend: Wie geht 1860 Rosenheim in die restliche Rückrunde?

Das alles Entscheidende ist Mut. Das wird das wichtigste Attribut sein. Nur wenn wir mutig spielen, werden wir Erfolg haben. Dazu gehören nun etliche Einzelgespräche, damit die Spieler wieder Vertrauen in ihre eigenen, individuellen Stärken aufbauen und ihr ganzes Potenzial ausschöpfen können. Und Potenzial – so viel ist klar – ist in diesem Team zweifellos vorhanden.