6 Apr

Nie aufgesteckt, aber am Ende doch leer ausgegangen

Die Luft im Abstiegskampf für den TSV 1860 Rosenheim wird immer dünner. Obwohl die Schützlinge von Thomas Kasparetti nie aufsteckten, mussten sie sich dem VfB Eichstätt mit 3:4 (2:3) geschlagen geben und sind jetzt auf den vorletzten Tabellenplatz zurückgefallen.

Die erste Halbzeit verlief munter, aber angesichts einiger kapitaler Patzer in der Abwehr nicht nach Wunsch der Gastgeber. Fabian Schäll wurde in der 10. Minute in höchster Not noch abgeblockt, zwei Minuten später war aber das 0:1 durch den Ex-Rosenheimer Michael Zant fällig, der das Leder – halb mit dem Hinterkopf, halb mit dem Rücken – nach einer Ecke ins lange Eck lenkte (12.). 
Rosenheim antwortete aber sofort mit einer gefährlichen Direktabnahme von Markus Einsiedler (15.), ehe Danijel Majdancevic nach einem tollen Pass von Pius Krätschmer mit einem Heber von der Strafraumgrenze den Ausgleich markierte (17.). Die Gäste blieben unbeeindruckt und sorgten vor allem bei Standards und nach hohen Bällen immer wieder für Gefahr. Am 1:2 war jedoch ein kapitaler „Bock“ der 60er-Abwehr schuld, so dass Schäll am langen Pfosten keine Mühe mehr hatte (20.). 
Vier Zeigerumdrehungen später kam es noch schlimmer, als VfB-Kapitän Benjamin Schmidramsl aus halbrechter Position flach ins lange Eck traf – Torwart Herzig sah hier nicht wirklich gut aus. Die Partie blieb in der Folge offen – und den Gastgebern gelang noch vor der Pause der Anschlusstreffer, als Einsiedler in einen Schussversuch von Max Mayerl spritzte und die Kugel aus 16 Metern mit links satt ins rechte Eck zimmerte (41.).
Im zweiten Abschnitt hatte Eichstätt anfangs mehr Spielkontrolle und stellte folgerichtig in der 53. Minute durch Dominik Wolfsteiner auf 2:4. Anschließend hatten Fabian Eberle (60.) und Thomas Haas (63.) jeweils die Vorentscheidung auf dem Schlappen. Rosenheim steckte jedoch nie auf und kam durch den eingewechselten Luftetar Mushkolaj per Hacke zum 3:4 (67.).
In der Schlussphase wurde es dramatisch. Erst forderten die Hausherren nach einem Handspiel im VfB-Strafraum vehement Elfmeter (90.+4). Schiedsrichter Jochen Gschwendtner wollte jedoch ein Stürmerfoul von Matthias Heiß gesehen haben. In der 95. Minute stockte den 300 Fans im Jahnstadion der Atem, als Heiß und Lucas Schraufstetter in einem Luftzweikampf heftig mit den Köpfen zusammen rasselten. Heiß kam mit einem Cut davon, doch den Eichstätter erwischte es schlimm. Er blieb minutenlang bewusstlos am Boden liegen und musste schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden. Die Partie wurde anschließend gar nicht mehr angepfiffen.
Stimmen zum Spiel:
Markus Mattes (Trainer VfB Eichstätt): „Bei Lucas Schraufstetter habe ich leider noch keine genaue Diagnose. Gott sei Dank konnte er alles bewegen und wusste auch, wo er ist, nachdem er wieder aufgewacht ist. Irgendwie war es ein seltsames Spiel. Wir haben das 1:0 postwendend hergegeben. Danach war es ein wildes Spiel. Nach der Pause hatten wir 15 Minuten mehr Spielkontrolle, am Ende war wieder alles offen.“
Thomas Kasparetti (Trainer TSV 1860 Rosenheim): „Es ist natürlich bitter, wenn du nach drei Standards bzw. drei hohen Bällen drei Gegentore bekommst. Trotzdem muss ich den Hut vor meinem Team ziehen, das nie aufgesteckt hat und immer wieder zurückgekommen ist. Ich habe zu keiner Zeit hängende Köpfe gesehen, wir haben bis zum Schluss dran geglaubt.“
Das Spiel in der Statistik:
TSV 1860 Rosenheim – VfB Eichstätt 3:4 (2:3)
TSV 1860 Rosenheim: Herzig – Lenz, Räuber, Heiß  – Mayerl, Maier, Shabani (59. C. Wallner), Linner – Krätschmer (38. Mushkolaj) – Majdancevic, Einsiedler – Trainer: Kasparetti.
VfB Eichstätt: Özhitay – Haas, Zant, Schmidramsl, Steinhöfer – Schelle, Fries (78. Schraufstetter), Federl – Ngankam (46. Wolfsteiner), Eberle, Schäll (71. Calderon Buitrago) – Trainer: Mattes.
Schiedsrichter: Gschwendtner (Wurmannsquick).
Tore: 0:1 (12.) Zant, 1:1 (17.) Majdancevic, 1:2 (20.) Schäll, 1:3 (24.) Schmidramsl, 2:3 (41.) Einsiedler, 2:4 (53.) Wolfsteiner, 3:4 (67.) Mushkolaj.
Gelb: Heiß, C. Wallner / Schelle, Zant.
Gelbrot: Maier (86./wiederholtes Foulspiel) / –
Zuschauer: 300.
Bes. Vorkommnisse: keine.