16 Apr

Punkt bei den Bayern – Einsatz, Wille und Moral passen

Mit einem Erfolgserlebnis kehrte der TSV 1860 Rosenheim gestern Abend aus München zurück. Bei der zweiten Mannschaft des FC Bayern holten die Sechzger im Grünwalder Stadion nach 0:1-Rückstand noch einen Zähler, am Ende stand es 1:1. Zwar belegen sie damit weiter einen direkten Abstiegsplatz in der Regionalliga Bayern, immerhin aber fehlt den Rosenheimern nun nur noch ein Punkt zum ersten Relegationsplatz.

Trainer Thomas Kasparetti, der erst kürzlich unabhängig vom Ligaverbleib seinen Vertrag verlängerte, konstatierte, dass seine Elf „den Plan heute perfekt umgesetzt“ habe und er so „den Punkt gerne mitnehme“. Nur ein Sieg gelang seiner Mannschaft in den letzten elf Partien, nie blieb sie dabei ohne Gegentreffer. Dass diese schwarze Serie auch am gestrigen Abend Bestand haben würde, stand bereits nach einer knappen Viertelstunde fest: Nach einem Foul von Rosenheims Linor Shabani flankte dessen Namensvetter Meritan Shabani in den 1860-Strafraum und Maxime Awoudja drückte den Ball aus wenigen Zentimetern über die Linie (14.).

Als die Münchner nur wenige Minuten später wegen eines vermeintlichen Handspiels auch noch einen Elfmeter zugesprochen bekamen, schienen die Gäste vor einem ungemütlichen Abend zu stehen. Der 19-jährige Koreaner Wooyeong Jeong allerdings setzte den Strafstoß neben das von Mario Stockenreiter gehütete Tor der Rosenheimer (21.). Nachdem sich Kasparettis Mannschaft also über den Halbzeitrückstand nicht beklagen durfte, übernahm sie zur Mitte des zweiten Abschnitts zunehmend die Initiative. Zunächst wurden sie von Bayerns Derrick Köhn mit einem zu kurzen Rückpass eingeladen, Awoudja aber konnte in höchster Not noch klären (65.).

Diese Szene allerdings stellte den Startschuss für die beste Phase der Sechzger dar: Kurz darauf scheiterte der erst kurz zuvor eingewechselte Luftetar Mushkolaj nur am Lattenkreuz (66.) und nur wenig später setzte Georg Lenz den Ball aus gut zehn Metern knapp über das Bayern-Tor. So musste es wieder einmal Torjäger Markus Einsiedler richten. Nachdem der 30-jährige Angreifer zunächst noch an Bayern-Schlussmann Ron-Thorben Hoffmann gescheitert war, köpfte er den Ball aus sieben Metern über Awoudja zum Ausgleich ins Tor (75.).

220 Jugendspieler und Eltern im Grünwalder Stadion

Anschließend brachten die Rosenheimer das Resultat relativ ungefährdet über die Ziellinie, der 35-jährige Coach zeigte sich vollauf zufrieden mit dem Auftritt seiner Elf: „In solchen Spielen brauchst du auch das Quäntchen Glück, nach dem 1:1 hatten wir aber sogar das Momentum auf unserer Seite. In dieser Saisonphase geht es vor allem darum, regelmäßig zu punkten, entschieden wird das Ganze wohl eh erst am letzten Spieltag.“ Der Ausflug nach München jedenfalls war keineswegs umsonst gewesen. Vor allem nicht für die 220 Jugendspieler und Eltern, die ihren TSV 1860 Rosenheim im Grünwalder Stadion unterstützten.

Die Spielstatistik

FC Bayern München II: Hoffmann – Yilmaz, Mai, Awoudja, Köhn – Feldhahn, Rochelt – M. Shabani (81. Nollenberger) – Jeong, Wriedt, Davies.

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter – Linner, Heiß, Wallner, Lenz, Mayerl – Räuber, Tobias (63. Mushkolaj), L. Shabani (46. Krätschmer) – Majdancevic (84. Köhler), Einsiedler. Tore: 1:0 Awoudja (14.), 1:1 Einsiedler (75.).

Schiedsrichter: Huber (Wurmannsquick)

Zuschauer: 755

Besondere Vorkommnisse: Jeong schießt Handelfmeter neben das Tor (21.)

Quelle: OVB