14 Mai

Sieg in Burghausen – Regionalliga-Herren wieder mit tollem Auftritt

Nächste Niederlage für den SV Wacker Burghausen: Vier Tage nach der blamablen 0:6 Klatsche in Ingolstadt musste sich das Team von Trainer Patrick Mölzl auch dem Aufsteiger der Saison TSV 1860 Rosenheim mit beugen und rutscht auf Platz Zehn ab. Der vieldiskutierte Platz Sechs rückt damit in weite Ferne. Den unbeugsamen Rosenheimern ist das ganz egal – sie sind jetzt sensationeller Rückrunden-Dritter der Regionalliga! Held des Tages im Derby war Sechziger-Shootingstar Korbinian Linner, der den Siegtreffer erzielte.

„Das Spiel war über weite Strecken ausgeglichen, ein Unentschieden wäre vielleicht gerecht gewesen. Wir freuen uns aber unglaublich über den Sieg!“, sagte Rosenheims Co-Trainer Robert Mayer. Chefcoach Tobias Strobl war erst gar nicht nach Burghausen mitgereist, sondern kickte bei der 1:2-Niederlage des SV Manching in der Bezirksliga Oberbayern Nord gegen den SV Lohhof selbst.

Mit dem Sieg im Regionalduell in Burghausen haben die starken Aufsteiger aus Rosenheim die Gastgeber überflügelt – und stehen jetzt einen Rang vor den Salzachstädtern auf Platz Neun.

Beide Mannschaften traten vor 850 Zuschauern mit einigen Ergänzungsspielern an – vor allem auf Rosenheimer Seite wurden zahlreiche Stammkräfte geschont. Die erste gute Aktion der Partie hatte Burghausen in der elften Minute, als sich Benjamin Kindsvater durchtankte – Juvhel Tsoumou dessen Flanke aber knapp verpasste.
Bereits in der 23. Minute musste Mölzl den angeschlagenen Christoph Rech durch Philipp Knochner ersetzen. Insgesamt plätscherte die Partie über weite Phasen ohne erkennbare Höhepunkte dahin. Die Rosenheimer meldeten sich in der 40. Minute erstmalig gefährlich zu Wort – doch Linner scheiterte an Wacker-Keeper Alexander Eiban, der nächste Saison für den 1. FC Schweinfurt spielen wird.

Linner war es auch, der in der 53. Minute die erste Chance nach der Pause hatte – nach schönem Zuspiel des zukünftigen Wacker-Akteurs Sascha Marinkovic scheiterte er jedoch erneut an Eiban.

Besser machte er es dann in der 68. Minute, als die Burghauser Defensive selbst den Ball verlängerte – und der Rosenheimer Angreifer aus fünf Metern seinen fünften Saisontreffer markieren konnte! Es sollte der vielumjubelte Siegtreffer in diesem Südost-Derby sein! Der junge Sympathieträger der Sechziger hatte vollstreckt.
In der 81. Minute hätte Marinkovic den Deckel drauf machen können, fand aber in Eiban seinen Meister. Das wäre fast bestraft worden, doch Tsoumou traf drei Minuten später nach Hereingabe von Marius Duhnke fünf Meter vor der heute von Mario Stockenreiter gehüteten Kiste der Rosenheimer den Ball nicht!

In der Nachspielzeit fuhren die Sechziger nochmal einen Konter – aber Linner und Josip Tomic brachten den Ball nicht im Tor unter. So blieb es am Ende bei knappen Auswärtserfolg der Rosenheimer Rothemden, die sich damit – zumindest vorübergehend – zur Nummer Eins im Südosten krönten!

Das Team von Inn und Mangfall ist jetzt unglaublicher Dritter in der Rückrundentabelle von Deutschlands vierthöchster Spielklasse – holte in sechzehn Spielen neun Siege und vier Unentschieden. Eine nicht weniger als fantastische Saisonleistung!

Quelle: Beinschuss

14 Mai

Die schwierige Sache mit dem zweiten Standbein für Talente

Wie ist es zu schaffen Fußball auf höchstem Amateurniveau und Beruf oder Ausbildung unter einen Hut zu bekommen? Welchen Weg geht der Verein hier im Herrenbereich und was leistet er? Reinhard Hübner, Kolumnist und Autor beim Münchner Merkur ist der Frage bei uns auf den Grund gegangen.

Hier sein wirklich lesenswerter Artikel über den TSV 1860 Rosenheim. Vielen Dank dafür!

In der Regionalliga tummeln sich viele gut ausgebildete Spieler, die den Sprung zu den Profis nicht oder noch nicht geschafft haben. Für die gilt es, sich neben dem Fußball ein zweites Standbein aufzubauen. Wie funktioniert das, wenn man trotzdem weiter hochklassig Fußball spielen will?

Zum Beispiel 1860 Rosenheim: „Mit Geld“, sagt Sandro Sacco, „mit Geld können wir keinen locken.“ Dem Kassier der Fußballabteilung geht es wie den meisten seiner Kollegen im Amateurfußball, er verwaltet den Mangel. Doch der Verein jammert nicht, man ist kreativ. Nur so war es möglich, eine Mannschaft aufzubauen, die als Aufsteiger eine starke Saison spielt und sich schon am drittletzten Spieltag den Klassenerhalt in der Regionalliga Bayern gesichert hat.

„Wir haben das Beste aus unserer Situation gemacht.“ Sacco verrät, wie man es dennoch schafft, gute Fußballer, wie etwa den Futsal-Nationalspieler Danijel Majdancevic in Rosenheim zu halten und Verstärkungen zu holen. Wenn man kein dickes Gehalt bezahlen kann, muss man anderes bieten: „Wir schnüren ein Paket, individuell für jeden Einzelnen.“ Das vor allem Unterstützung bietet bei der Suche nach Arbeit oder beruflicher Ausbildung.

„Natürich, der Traum geht weiter“

So bekommt man immer wieder gut ausgebildete Talente, die an der Schwelle zum Profifußball standen, den letzten Schritt aber nicht ganz oder noch nicht geschafft haben. „Natürlich, der Traum lebt weiter“, sagt Matthias Heiß. Sechs Jahre hat der 24-Jährige in der U 23 des FC Ingolstadt auf den Durchbruch gehofft, nach Rückschlägen und Verletzungen aber spürte er, dass er sich ein zweites Standbein aufbauen muss, studiert Physiotherapie und bekommt in Rosenheim die Chance, trotzdem hochklassig Fußball zu spielen. „Der Verein hilft uns, Sport und Ausbildung möglichst gut miteinander zu verbinden“, sagt Wiggerl Räuber. Drei Jahre hat er in Ingolstadt am Profifußball schnuppern dürfen, nun ist er, athletischer und spielerisch reifer, nach Rosenheim zurückgekehrt: „Hier kann ich mit dem Fußball nun mein Studium finanzieren.“

Der Fokus habe sich verändert, sagt der 22-Jährige, „für mich geht jetzt die Ausbildung vor“. Er kenne inzwischen das Geschäft, „der Markt ist überfüllt mit Spielern, die vom Fußball leben wollen“. Das wollte auch Josip Tomic, als ihn sein Berater nach Deutschland brachte. Der Bosnier wurde bei NK Zagreb ausgebildet, träumte von der großen Karriere in Deutschland. Die Realität hieß zunächst: Regionalliga Nord in Rheden, daneben harte Arbeit in einer Honigfabrik, „von sechs Uhr morgens bis drei Uhr nachmittags“. Über den damaligen Rosenheimer Co-Trainer kam er 2015 zu 1860, hat hier sportlich und beruflich Fuß gefasst: Über einen Vereinssponsor bekam er die Chance, sich zum Automobilkaufmann ausbilden zu lassen, nun steht er kurz vor dem Abschluss und ist glücklich: „Für mich war es schwierig, so allein in Deutschland. Der Verein hat mir viel geholfen, jetzt ist der Beruf für mich wichtiger, so kann ich meine Eltern in Bosnien unterstützen.“

Vereine helfen beim Berufseinstieg

Tomic arbeitet im selben Unternehmen wie Danijel Majdancevic. Auch dem heute 28-Jährigen wurde, als er vor acht Jahren von 1860 München nach Rosenheim kam, eine Lehrstelle vermittelt. Inzwischen leitet Majdancevic die Nutzfahrzeugabteilung, über den Fußball hat er beruflich Karriere gemacht.

Michael Denz könnte nun einen ähnlichen Weg gehen. Ausgebildet wurde der 23- Jährige, der aus dem Raum Rosenheim stammt, im Nachwuchsleistungszentrum der Münchner Löwen. Von dort begab er sich auf Wanderschaft, erst nach Ingolstadt, dann nach Neustrelitz, Halberstadt und Oldenburg. „Ich war weit weg von Zuhause, aber wenn der Verein passt, ist das egal.“ Als er ahnte, auf Dauer nicht vom Fußball leben zu können, ist er im Winter nach Rosenheim zurückgekehrt, bekam vom Verein eine Teilzeitstelle in der Automobilbranche vermittelt und überlegt nun, ob er dort eine Ausbildung beginnt: „Ab einem gewissen Zeitpunkt muss man sich ein zweites Standbein aufbauen“, die Profikarriere aber habe er noch immer im Hinterkopf: „Es gibt ja Leute, die sind erst mit 27, 28 Profi geworden.“

„Hier ist der Konkurrent auch Freund“

Der Traum lebt. Bei allen vier. Rosenheim sehen sie als gute Plattform, „man kann ich hier nicht die dicke Kohle verdienen, aber sich einen Namen machen. Wenn man Leistung bringt, rückt man automatisch in den Fokus“, sagt Heiß. Natürlich ist es eine große Umstellung, vormittags plötzlich nicht mehr zum Training, sondern in die Arbeit zu gehen oder in die Hochschule. Und dann, „wenn man den ganzen Tag gelernt hat, abends auch noch im Training zu funktionieren“, sagt Räuber. Tomic aber sieht auch Vorteile, wenn man „nicht mehr nur auf die Karte Fußball setzt. Man spielt dann einfach lockerer“.

Es sei auch ein anderer, ein angenehmerer Umgang in der Mannschaft, „wenn man nicht nur den Fußball hat“, findet Denz. Natürlich stehe man auch hier in Konkurrenz, „jeder will spielen“, aber man habe „nicht diesen existenziellen Druck, wenn man zweigleisig fährt“. Auf seinen Profistationen hat er schon Mitspieler erlebt, die „nicht nur für sich, sondern auch gegen die Kollegen gearbeitet“ hätten. „Hier ist der Konkurrent auch Freund, der Verein lebt vom Zusammenhalt.“

Möglichst hochklassig Fußball spielen in einem familiären Umfeld und trotzdem auch beruflich vorankommen, das ist es, was Rosenheim seinen Spielern bietet. Sandro Sacco und seine Vorstandskollegen haben inzwischen über die Sponsoren ein Netzwerk gebildet, auch beim Arbeitsamt haben sie einen Ansprechpartner, in den Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen können sie auf die individuellen Bedürfnisse eingehen, interessante Perspektiven aufzeigen. „Das klappt natürlich nicht bei jedem, man muss schon auch den Willen und die richtige Einstellung mitbringen“, sagt Matze Heiß.

Nur dann passt man auch in diese Mannschaft, die mit ihrem erfrischenden Fußball Konkurrenz und Experten überrascht hat. Obwohl oder gerade weil sich jeder neben dem Fußball auch eine berufliche Zukunft aufbaut. Wie es Danijel Majdancevic vorbildlich geschafft hat.

11 Mai

1860 Rosenheim ohne Druck nach Burghausen

Am 33. und vorletzten Spieltag der Regionalliga Bayern muss der TSV 1860 Rosenheim am Samstag, den 13.05.17 um 14:00h beim SV Wacker Burghausen antreten. Geleitet wird die Partie von Schiedsrichter Florian Kornblum.

Für beide Teams geht es im vorletzten Saisonspiel nur noch um die berühmte „Goldene Ananas“, zumindest wenn es um einen möglichen Auf- und Abstieg geht. 1860 Rosenheim ist nach dem 3:0 Sieg vom letzten Spieltag gegen den SV Seligenporten mit nun 45 Punkten alle Sorgen, was den Ligaverbleib betrifft, los. Aber vielleicht kann das bisher Erreichte ja noch ausgebaut werden, ein einstelliger Tabellenplatz nach 34 Spieltagen ist nicht ganz unrealistisch und wäre ein sensationeller und nicht für möglich gehaltener Erfolg. Dafür muss aber noch fleißig gepunktet werden.

Die Konstellation für die Gastgeber ist ja bekannterweise nicht ganz so einfach. Ein möglicher positiver Saisonabschluss im vorderen Bereich der Tabelle könnte u. U. für die Wackeraner ziemlich kostspielig werden. Aber Geld hin, Kohle her, ein waschechter Fußballer möchte auf dem grünen Rasen zeigen was er kann und möglichst auch gewinnen. Der seit einigen Wochen auf der Kommandobrücke in Burghausen tätige Trainer Patrick Mölzl wird sicherlich seine Elf um Torjäger Hama Tsoumou (16 Treffer) so einstellen, dass sie die unter der Woche bittere 0:6 Klatsche bei der U23 des FC Ingolstadt wieder wettmachen wollen. Das außergewöhnliche Ergebnis lässt zwar Spekulationen zu, aber ein Einsatz von talentierten Jugendspielern darf auch mal erlaubt sein. Wenn nicht in einer derartigen Situation, wann dann? Zudem war sicherlich in den Reihen des SV nicht die Konzentration am obersten Limit. Kann alles vorkommen, auch in Burghausen sind alle nur Menschen.

Diese negative Erfahrung der Mölzl-Truppe in der Audi-Stadt könnte also ganz schön gefährlich für den Aufsteiger vom Inn werden, vor allem, da Wacker vor heimischer Kulisse antritt und den Saisonabschied mit den eigenen Fans im Rücken feiern möchte. Schon im Hinspiel in Rosenheim zeigten die Burghausener damals über weite Strecken der Partie ihre Klasse und ließen dem Liganeuling dabei nicht den Hauch einer Chance. Sie gewannen zwar „nur“ mit 2:1 Toren waren über die gesamten 90 Minuten aber das deutlich bessere und gefährlichere Team.

Die Auswärtsbegegnung beim ehemaligen Zweitligisten wird für die Mannschaft um Kapitän Mathias Heiß wieder eine tolle Erfahrung, besonders in Anbetracht dessen, dass man eigentlich beim großen Favoriten nur gewinnen kann. Aber man muss aufpassen, auch nur ein minimaler Spannungsabfall kann böse Folgen haben, siehe Burghausen in Ingolstadt. Die Innstädter müssen deshalb in der bevorstehenden Begegnung ebenso wie in den bisherigen 32 Saisonspielen wieder mal an die Leistungsgrenze gehen und keinen Zentimeter nachlassen.

„Der Sieg gegen Seligenporten war für uns eine riesige Befreiung, nun können wir sicher für die nächste Regionalliga-Saison planen. Auch wenn der ganz große Druck vorerst mal vorüber ist, haben wir immer noch den Anspruch die bisher sensationelle Rückrunde (aktuell auf Platz vier!) möglichst erfolgreich zu Ende zu spielen. Wir werden sicherlich in den beiden letzten Partien die ein oder anderen Spieler, die bis dato nicht allzu oft zum Einsatz kamen, die Möglichkeit geben sich zu präsentieren. Die Jungs haben es sich auf alle Fälle verdient, da sie zu jederzeit bereit standen und auch in jeder Trainingseinheit Vollgas gaben. Wir freuen uns sehr auf zwei Derbys zum Saisonausklang und wollen nun weiter punkten, auch in Burghausen“, so der Co-Trainer von 1860 Rosenheim Robert Mayer zum Spiel in Burghausen.

Torjäger Sascha Marinkovic

Eine besondere Partie wird das Spiel am Samstag sicherlich für 1860-Goalgetter Sascha Marinkovic werden, der in der neuen Saison die Farben des aktuellen Gegners tragen wird. Dieser Umstand wird „Prince“, wie er von seinen Spielerkameraden auch gerne genannt wird, zusätzlich bis in die Haarspitzen motiviert auflaufen lassen. Dies ist auch erforderlich, da sein kongenialer Sturmpartner Danijel Majdancevic nach der Gelb-Roten Karte aus dem Spiel gegen Seligenporten gesperrt fehlen wird.

Darüber hinaus ist der Einsatz von Abwehrriese Georg Lenz äußerst fraglich. Ansonsten steht dem Trainer-Duo Tobias Strobl und Robert Mayer derselbe Kader wie zuletzt zur Verfügung. Es wird auf alle Fälle für Verantwortliche und Fans des Vereins ein Auftritt der Rothemden werden, den man mal ganz ohne Druck auf des Gegners Platz genießen kann. Die relativ kurze Wegstrecke nach Burghausen bietet sich ja zudem an, an der Auswärtspartie teilzunehmen.

Ein Erfolg in Burghausen, egal ob ein Unentschieden oder sogar ein Dreier wäre für den Aufsteiger eine Wahnsinnssache und würde das tolle Abschneiden der Tiplix-Elf noch positiver gestalten. Hierfür sind aber noch 90 lange und intensive Minuten zu absolvieren.

 

6 Mai

U15 verliert knapp

Spieltag: Mittwoch , 03.05.2017 19:00 Uhr Typ: Ligaspiel Spiel: FC Deisenhofen-TSV 1860 Rosenheim Meisterschaften U 15 (C-Jun.) BOL-Obb Ergebnis: 2-1 Aufstellung TSV 1860 Rosenheim: Aufstellung: Kirchmaier, Böhm, Savarese, Salkic, Beslic, Kilic, Eder, Steinhauser, Maier, Yilmaz, Cosentino, Wagner, Krasniqi, Müller, Zaracko,...
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6 Mai

Der Klassenerhalt ist unter Dach und Fach – 1860 Rosenheim feiert nach nächstem Heimsieg gegen den SV Seligenporten den Verbleib in der Regionalliga

Der Deckel ist drauf, die Messe ist gelesen, der Drops ist gelutscht oder wie es auch Abwehrspieler Georg Lenz nach der Begegnung nannte „jetzt hamma des a!“ – 1860 Rosenheim kann mit dem 3:0 Heimsieg gegen den SV Seligenporten den Klassenerhalt feiern. Und das auch vollkommen verdient!

Praktisch wie theoretisch ist nun mit den 45 Punkten nach 32 Spieltagen auf der Habenseite die Abstiegsgefahr gebannt. Der erste Relegationsplatz ist mindestens sieben Zähler entfernt, bei noch ausstehenden zwei Runden und noch zu vergebenen sechs Punkten ist der TSV also uneinholbar gerettet.

Nun zur Partie gegen den SV Seligenporten. Die Gäste, die stark ersatzgeschwächt antreten mussten, u.a. standen zwei Spieler des Bezirksligateams von Beginn an auf dem Rasen, suchten natürlich ihr Heil nicht unbedingt in der Offensive und zogen sich meist in die eigene Hälfte zurück. Die Heimelf fand auch nicht so recht ins Spiel, daher ergab sich in den ersten 45 Minuten eine Begegnung, die sich auf äußerst überschaubarem Niveau bewegte. Chancen bzw. Torschüsse waren auf beiden Seiten Mangelware.

Die Mannen von Roger Prinzen konnten nicht, die Gastgeber fanden einfach noch nicht zum gewohnt leidenschaftlichen Auftreten auf heimischen Rasen. So mussten die Zuschauer bis zur 21. Spielminute warten, ehe 1860 Außenverteidiger Max Mayerl aus 16m sein Glück versuchte und Torhüter Patrick Bogner zur ersten Rettungsaktion zwang. Kurz darauf auf der Gegenseite musste auch Dominik Süßmaier sein Können aufbieten, als er einen  Schuss aus etwa 15m durch Stanislaus Herzel bravourös entschärfte.

Bis zur Halbzeitpause verzeichneten die Strobl-Schützlinge noch durch Danji Majdancevic (Weitschuss) und Mathias Heiß per Kopf erwähnenswerte Abschlüsse, die jedoch beide über den Kasten gingen. Ansonsten war vor beiden Gehäusen hauptsächlich „tote Hose“, ein sehr gedämpfter Auftritt der Teams bis dato. Die ersten wenig aufregenden 45 Minuten waren nun vorüber, es konnte in Halbzeit zwei fast nur besser werden.

Man merkte der Heimelf nun nach Wiederanpfiff deutlich mehr Elan an. Den ersten Torschuss konnte wiederum, wie auch in Halbzeit eins Max Mayerl verzeichnen, aber die Kugel ging deutlich über das Gästegehäuse drüber (47). Die Rothemden trafen dann endlich nach etwa einer Stunde Spielzeit ins Schwarze. Torjäger Sascha Marinkovic setzte einfach mal trocken aus ca. 25m Entfernung ein Geschoss ab, der Ball schlug daraufhin unhaltbar zu seinem 14. Saisontreffer im Tor von Keeper Patrick Bogner ein.

Das war nun der Dosenöffner für die Strobl-Truppe. Die Angriffe der Gastgeber wurden nun deutlich zielstrebiger und konsequenter geführt, schon fiel dann auch der zweite Treffer. Der in den letzten Wochen äußerst treffsichere Danjiel Majdancevic zog freistehend an der Strafraumgrenze ab und setzte das Leder flach neben den Pfosten, erneut ohne Abwehrmöglichkeit für den Gäste-Keeper (73.).

Damit war das Spiel nun endgültig gelaufen. Die „Klosterer“ konnten mit dem nahezu letzten Aufgebot so gut wie keine Offensivaktivon verbuchen, kämpften aber wacker, die Gastgeber waren nun im Glauben des sicheren Klassenerhaltes deutlich überlegen, machten aber nicht mehr wirklich ernst.

So plätscherte die Begegnung bis zum Ende vor sich hin, beide Kontrahenten schalteten auf Leerlauf. Leider holte sich der Torschütze Danji Majdancevic in den letzten Minuten noch eine völlig überflüssige Gelbrote Karte ab (Meckern) und fehlt seinem Team dadurch im nächsten Spiel in Burghausen. Mit dem Schlußpfiff erzielte noch Michi Denz per Kopf nach einer Ecke durch seinen ersten Saisontreffer im Trikot von 1860 Rosenheim den 3:0 Endstand.

Das Team feierte im Anschluß noch bis tief in die Nacht ausgelassen den Klassenerhalt und kann sehr stolz auf das Geleistete sein. Nahezu niemand hätte dem Aufsteiger aus der Innstadt eine so bravouröse Runde zugetraut. Ein gigantischer Erfolg für den Verein auf den man noch lange mit breiter Brust zurückdenken wird. Man kann vor dem was da geleistet wurde, mit den doch überschaubaren Möglichkeiten nicht oft genug den Hut vor dieser bemerkenswerten Truppe sowie den Verantwortlichen des Vereins ziehen.

In den beiden letzten Begegnungen in Burghausen sowie im Derby gegen Buchbach können die Rothemden nun völlig befreit aufspielen und sehen was noch so möglich ist.

 

5 Mai

„Der Pendler“ – Die Süddeutsche über unseren Coach Tobi Strobl

Die Geschichte unseres Coaches Tobi Strobel ist außergewöhnlich. Christoph Leischwitz von der Süddeutschen erzählt diese Geschichte. Das wollen wir Euch nicht vorenthalten. Hier der Artikel vom 3. Mai 2017.

Es gibt ausgeglichene Fußballligen, in denen man im Einzelfall schon mal sagen darf: Da pendelt ein Team zwischen Klassenverbleib und Aufstieg. Doch bei niemandem kann man es so wörtlich nehmen wie bei Tobias Strobl. Am vergangenen Samstag gewann der Trainer des TSV 1860 Rosenheim 3:2 beim FV Illertissen, ein Bier mit der Mannschaft gönnte er sich. Rechnerisch kann die Mannschaft mit sieben Punkten Vorsprung in drei verbleibenden Partien zwar immer noch auf einen Abstiegs-Relegationsplatz rutschen. Doch die Spieler gingen trotzdem vorsorglich schon mal ein bisschen länger feiern. Aber eben ohne Strobl. Auch, weil der am Tag darauf selbst noch einmal spielen musste.Und zwar als Mittelfeldspieler beim Bezirksligisten SV Manching. Strobl legte gegen Moosinning ein Tor auf, er verschuldete eins mit, er sah kurz vor Schluss die gelb-rote Karte, Manching gewann mit Ach und Krach 3:2 und steht weiter auf Platz eins. Strobl hat nun folgendes Problem: Auch Manching kann noch auf den Relegationsplatz rutschen, allerdings auf jenen zur Aufstiegs-Relegation. Doch am vorletzten Spieltag, gegen Lohhof, hat Strobl keine Zeit. Weil dann nämlich 1860 Rosenheim fast gleichzeitig spielt. „Ich hoffe, wir kriegen das schon am kommenden Wochenende hin“, sagt er deshalb.

Der 29-jährige war im Winter nach Rosenheim gekommen, bis dahin war er in Manching Spielertrainer gewesen. Es war immer sein Traum, es in die Regionalliga zu schaffen, ein paar Mal war dieser auch schon geplatzt, und so konnte er damals das Angebot des Traditionsklubs einfach nicht ablehnen. Den Manchingern versprach er aber, bis zum Saisonende noch als Spieler zur Verfügung zu stehen.

Mit Rosenheim kommt er trotz zwei eher knappen und einer klaren 1:4-Niederlage gegen den FC Augsburg II auf einen „coolen Punkteschnitt“, wie er sagt. Das liege freilich nicht nur an ihm. „Die Mannschaft hat schon jede Menge Grundpotenzial gehabt, als ich kam. Und es hat sicher auch geholfen, dass sie vor der Winterpause noch zweimal gewonnen hatte“, glaubt Strobl. Er selbst habe aber auch schon etwas dazu gelernt in der kurzen Zeit. Vor allem über die Spielanalysen, die es in dieser Form in unteren Ligen nicht gibt. „Es gibt viele andere taktische Muster“, sagt er, und auf diese müsse man erst einmal Antworten finden.

Das zweite Jahr sei immer das Schwerste, glaubt der junge Trainer. Die großen Spiele wie etwa im Grünwalder Stadion werden dann für die Spieler zur Normalität, es wartet eine gefährliche Routine. Deshalb gehe es im kommenden Jahr vorrangig auch erst einmal nur um den Klassenverbleib. Zumal kommende Saison erst noch der Abgang des Leistungsträgers Sascha Marinkovic (Wacker Burghausen) verkraftet werden muss, zumindest im Moment steht dem erst die Verpflichtung des 1860-Talents Daniel Skodic gegenüber. „Sascha wird eine Lücke hinterlassen, auch weil er der Witzige ist“, sagt Strobl.

Sich in der Regionalliga zu etablieren, dieses Ziel haben Trainer und Verein gemeinsam. 2014 war er schon einmal nah dran gewesen, als Spielertrainer mit dem FC Pipinsried. Im Hinspiel der ersten Relegationsrunde führte man 2:0. Doch dann folgten zwei unglückliche Gegentore, und das Rückspiel endete 0:1. Der Gegner damals: 1860 Rosenheim. Und diese Konstellation wäre heuer auch wieder möglich gewesen, doch diesmal nicht mit, sondern gegen Pipinsrieds Präsident Konrad Höß, der nach Strobls Rücktritt 2015 gar nicht mehr gut auf ihn zu sprechen ist.

Abstiegsrelegation gegen Pipinsried, das wäre das Albtraumszenario für Strobl. „Wenn die Relegationsspiele laufen und ich kann einfach nur zusehen und habe nichts damit zu tun, bin ich glücklich“, sagt er und lacht. Und das gilt dann auch für beide Teams.

Quelle: Süddeutsche