31 Okt

Naivität abgelegt und Derby in Hälfte zwei gedreht -Sieg gegen Burghausen

Der TSV 1860 Rosenheim hat in der englischen Woche seinen zweiten Sieg eingefahren. In einer Partie mit zwei grundverschiedenen Halbzeiten setzten sich die Sechziger im Derby gegen den SV Wacker Burghausen nach einem 0:1-Pausenrückstand und einer grandiosen Leistungssteigerung noch mit 3:2 durch.

Das Match begann denkbar schlecht für die Hausherren: Kapitän Georg Lenz verschätzte sich bei einem hohen Ball 30 Meter vor dem eigenen Tor. Der Ex-Rosenheimer Sascha Marinkovic war der Nutznießer, schnappte sich den Ball und schob diesen am chancenlosen 1860-Torwart Mario Stockenreiter vorbei ins Netz – 0:1 (3.). Stefan Wächter mit einem Solo (4.), Marius Duhnke frei vor Stockenreiter (16.), erneut Marinkovic (26.) und Kevin Hingerl, der an einer tollen Fußabwehr von Stockenreiter scheiterte (40.), hätten das Ergebnis für die Gäste sogar noch komfortabler gestalten können.

Rosenheim hingegen offenbarte phasenweise große Lücken in der Rückwärtsbewegung und im Spiel nach vorne fehlten entweder Zug oder Gewinne von zweiten Bällen. Folgerichtig wurde es nur zweimal ansatzweise gefährlich: Michael Denz probierte es nach einer Ecke aus der Drehung (21.) und Philipp Maier prüfte Wacker-Keeper Franco Flückinger mit einem Fernschuss aus gut und gerne fast 30 Metern (39.). Alles in allem war die Burghauser Führung zur Pause mehr als berechtigt.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Platzherren einmal mehr, welche Moral ihnen steckt. Trainer Tobias Strobl schien genau die richtigen Worte an seine Mannschaft gerichtet zu haben, denn plötzlich spielten nur noch die Sechziger. Nach einem gefährlichen Kopfball von Markus Einsiedler (55.) markierte der eingewechselte Markus Hartl per Abstauber den Ausgleich (61.). Flückiger hatte beim Freistoß-Aufsetzer von Pius Krätschmer aus 30 Metern alles andere als gut ausgesehen.

Vier Minuten später war die Partie endgültig gedreht, als Philipp Maier einen von Hingerl völlig überflüssig verursachten Handelfmeter sicher zum 2:1 verwandelte (65.). Anschließend wurde Hartls Direktabnahme kurz vor der Linie entschärft (69.), ehe Robert Köhler nach einer Ablage von Wiggerl Räuber mit links aus 16 Metern genau in den rechten Winkel traf (74.). Burghausen kam zwar durch Martin Holek, der die Kugel mit dem langen Bein am in dieser Szene inkonsequenten Stockenreiter vorbeispitzelte, noch einmal heran (88.), doch letztlich belohnten sich die Gastgeber für eine hervorragende zweite Hälfte mit drei Punkten.

Stimmen zum Spiel:

Patrick Mölzl (Trainer SV Wacker Burghausen): „In der ersten Halbzeit haben wir genau das umgesetzt, was wir wollten. Wir hatten sechs, sieben hundertprozentige Chancen, aber haben „nur“ 1:0 geführt. Dass der Gegner dann mit Druck aus der Pause kommt, war auch klar. Zunächst haben wir nur Weitschüsse zugelassen, dann haben individuelle Fehler zu den Gegentoren geführt.“

Tobias Strobl (TSV 1860 Rosenheim): „In der ersten Hälfte haben wir nach Ballverlust quasi Jugendfussball gespielt, waren zu naiv. Das haben wir nach der Pause abgestellt und auch mehr Tempo ins Spiel gebracht. Jetzt können wir mit viel Rückenwind ins nächste Derby gegen Buchbach gehen.“

 

Das Spiel in der Statistik:

TSV 1860 Rosenheim – SV Wacker Burghausen 3:2 (0:1)

TSV 1860 Rosenheim: Stockenreiter – Lenz, Räuber (81. Ferreira Goncalves), Krätschmer – Köhler, Denz, Maier, Mayerl – Eminoglu (69. Heiß) – Linner (55. Hartl), Einsiedler – Trainer: Strobl.

SV Wacker Burghausen: Flückinger – Schulz, Hofstetter, Buchner, Janietz – Hingerl (71. Sulmer), Subasic, Wächter – M. Omelanowsky (71. Holek), Duhnke, Marinkovic – Trainer: Mölzl.

Schiedsrichter: Badstübner (Windsbach).

Tore: 0:1 (3.) Marinkovic, 1:1 (61.) Hartl, 2:1 (65.) Maier (Handelfmeter), 3:1 (74.) Köhler, 3:2 (88.) Holek.

Zuschauer: 550.

Gelb: Maier / Hingerl.

Bes. Vorkommnisse: keine.

Autor: Martin Weidner

29 Okt

Derby-Tage in Rosenheim – Teil I: TSV 1860 gegen Wacker Burghausen

Am 19. und letzten Vorrunden-Spieltag der Regionalliga Bayern hat der TSV 1860 Rosenheim am Dienstag, den 31.10.17 um 14:00h im heimischen Jahnstadion den SV Wacker Burghausen zu Gast.

Innerhalb von nur fünf Tagen stehen in Rosenheim gleich zwei brisante Derbys am Stück auf dem Programm. Den Anfang am Reformationstag macht der SV Wacker Burghausen im Flüsse-Duell „Inn gegen Salzach“, ehe es dann am Samstag im ersten Rückrundenspiel gegen den Dauerrivalen aus Buchbach geht.
Die Gäste haben gegen eben diesen TSV Buchbach gerade eine bittere 2:5 Heimniederlage einstecken müssen. Einen Spieltag zuvor musste sich das Team von Trainer Patrick Mölzl in Nürnberg mit 0:1 geschlagen geben.

Also können Kapitän Daniel Hofstetter und seine Mannen nicht gerade einen Lauf vorweisen. Mit derzeit 22 Zählern und Platz zwölf in der Tabelle liegen die Wackeraner unter dem eigenen Saisonziel „oberes Tabellendrittel“. Um den Vorgaben nun wieder einen Schritt näher zu kommen, peilen die Gäste deshalb am Feiertag in Rosenheim einen Dreier an. Bei der vorhandenen Qualität im Kader ist dies natürlich auch kein utopisches Vorhaben. „Burghausen hat brutale individuelle Qualität in ihren Reihen. Vor allem im Angriff können sie auf Spieler zurückgreifen, für die sich nahezu die ganze Liga die Finger lecken würde“, so 60er Trainer Tobi Strobl.

Eine besondere Partie wird die Begegnung sicherlich für den ehemaligen 1860 Goalgetter Sascha Marinkovic werden. Vor der Saison wechselte er nämlich von Rosenheim nach Burghausen. Mit aktuell elf Treffern – er hat somit fast die Hälfte aller Gäste-Tore erzielt (26) – belegt er derzeit sogar in der Torschützenliste den ersten Platz. „Wir freuen uns alle wirklich sehr auf Sascha, natürlich kennen wir seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. An guten Tagen kann er jede Abwehr schwindlig spielen und Tore nach Belieben schiessen. Wir hoffen aber, dass er am Dienstag keinen Sahnetag gegen uns erwischt“, so der Rosenheimer Coach.

Natürlich werden die Burghausener von ihrem Trainer Patrick Mölzl akribisch auf die Partie in der Innstadt vorbereitet und top motiviert. Der Druck unbedingt punkten zu müssen liegt jedoch eindeutig auf den Schultern der Gäste, das macht die Sache nicht unbedingt einfacher. Der erste Relegationsplatz ist nämlich nur noch fünf Zähler entfernt, hier soll zwingend wieder der Abstand vergrößert werden. Doch ob dies den Mannen aus der alten Herzogsstadt gelingen wird bleibt abzuwarten, denn die Heimelf weist einen exakt entgegengesetzten positiven Lauf auf.

Der TSV konnte die letzten beiden Begegnungen jeweils mit einem 1:0 Sieg für sich entscheiden. Dem Heimsieg gegen Bayreuth folgte am letzten Freitag ein Auswärtsdreier in Memmingen. Somit rangiert die Strobl-Elf derzeit mit 26 Punkten auf einen guten achten Tabellenrang. Es wird daher in Reihen der Gastgeber sicherlich nicht an Selbstvertrauen mangeln, jedoch wartet mit dem SV Wacker Burghausen nicht nur ein großer Name auf die 60er Truppe, sondern auch eine hervorragende Mannschaft, die vielleicht aktuell nicht ihr ganzes Potential abrufen kann.

Und dass es im Laufe der Saison in dieser hochklassigen und ausgeglichenen Regionalliga mal Phasen gibt, in denen der Gegner einfach das Quäntchen Glück mehr gepachtet hat als man selbst, haben die Jungs um Ersatz-Kapitän Georg Lenz auch schon am eigenen Leib erfahren müssen. Jedes Spiel beginnt bei einem 0:0 und ist ein neuerlicher Kampf gegen einen hervorragend eingestellten und hochmotivierten Gegner, egal in welchem Tabellenbereich er sich momentan befindet.

Auf der Mission „Derby-Sieg – Teil I“ kann das Trainer-Duo Tobias Strobl und Robert Mayer auch wieder auf die Zweikampfstärke und Präsenz des Mittelfeldmotors Michael Denz setzen, der seine Gelbsperre abgesessen hat. Jedoch fehlt dieses Mal Maxi Höhensteiger, der in Memmingen seine fünfte Verwarnung erhielt und daher zum Zuschauen gezwungen ist. Ebenso nicht mit von der Partie kann zum letzten Mal auch Top-Torjäger Danijel Majdancevic auf Grund seiner Rotsperre sein.

Auf Seiten der Verletztenliste gibt es Positives wie Negatives zu berichten. Bei Linksfuß Sebastian Weber wurde eine Schambein-Entzündung festgestellt, er fehlt seinem Team ebenso wie Michi Wallner (Kreuzband) daher bis auf weiteres. Die Genesung von Kapitän Matthias Heiß macht hingegen große Fortschritte. Nachdem er bereits in Memmingen zu Kader der 1860-Truppe gehörte, wird er auch dieses Mal dabei sein. Ob es jedoch schon für ein paar Einsatzminuten reichen wird, muss sich zeigen. Ein Ende seiner Leidenszeit ist aber absehbar. „Matze ist schon wieder sehr weit, es wird bei ihm nicht mehr allzu lange dauern. Wir werden mit großem Respekt und Demut in die Partie gehen. Wir wollen das Derby aber auf alle Fälle gewinnen und brennen auf die Begegnung. Aus den beiden letzten Siegen haben wir uns enorm viel Selbstbewusstsein geholt, dies möchten wir nun auch auf dem Platz zeigen. Ich bin überzeugt, dass wir eine gute Leistung abrufen werden“, ist der Rosenheimer Übungsleiter sicher.

Auf alle Fälle können sich die hoffentlich zahlreich erscheinenden Zuschauer am Feiertagnachmittag auf einen Mega-Fight im Derby freuen. Es wird im Kampf auf Augenhöhe mit Sicherheit leidenschaftlich zur Sache gehen. Wer dann die Auseinandersetzung siegreich gestalten kann bleibt abzuwarten. Vielleicht trennen sich die Kontrahenten aber auch schiedlich-friedlich mit einem möglichst torreichen und unterhaltsamen Unentschieden.

29 Okt

Der Steckbrief: Heute Ludwig Räuber

 

Name: Ludwig Räuber
Geburtsdatum: 06.09.1994
Familienstand: ledig
Beruf: Student/Selbstständig (Ballfellas)
Hobbys: Essen/Hunde/Mode/Basketball
Lieblingsgetränk: Lemon Soda
Lieblingsessen: Steak
Wohnort: Höslwang/München
Heimatverein: FC Halfing
Lieblingsverein (außer 1860 Rsh): Houston Rockets
Im Verein seit: 2016
Lieblingsposition: Zentrales Mittelfeld
Verletzungen: Syndesmosebandriss (2013)
Bisherige Vereine / größte Erfolge: FC Halfing/TSV Bad Endorf/FC Ingolstadt 04 – Toto Pokalsieg 2013
Vorbild: Michael Pointvogel
Ziele bei 1860 /allgemein: Top Team in der Regionalliga / attraktiver Spielstil
Größter Spaßvogel im Team und warum: Max Mayerl – nur Flaußen im Kopf
Was ist besonders positiv bei 1860: Familiäres Umfeld